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Schlaf-Wach-Gewohnheiten und ihre altersbedingten Veränderungen

Wie viel Schlaf brauche ich?

Untersuchungen zufolge schlafen Menschen im mittleren Alter durchschnittlich etwa 7,5 Stunden. Jedoch ist der Schlaf so individuell wie die eigene Handschrift: Es gibt Kurz- und auch Langschläfer – nicht zu verwechseln mit Früh- oder Spätaufstehern. Manch einer fühlt sich nach bereits 5 Schlafstunden erholt, während der andere 11 Stunden benötigt, um körperlich und geistig fit zu sein. Entscheidend für die beste Schlafdauer ist, ob man sich am nächsten Tag frisch und ausgeruht fühlt.

Von Eulen und Lerchen

Wie bei den Lang- und Kurzschläfern gibt es unterschiedliche Typen („Chronotypen“), was den persönlichen Schlaf-Wach-Rhythmus angeht. Auch dies ist angeboren. Die Extreme sind dabei die Morgentypen (auch „Lerchen“ genannt) und Abendtypen („Eulen“). Lerchen sind bereits früh morgens fit und leistungsfähig, gehen allerdings auch zeitig am Abend ins Bett. Bei den Eulen ist es genau umgekehrt: Während sie abends erst spät müde werden und nicht selten erst lange nach Mitternacht zu Bett gehen, kommen sie am Morgen nur schwer aus den Federn. Beide Typen haben es in der Gesellschaft daher nicht so einfach. Während sich die extremen Eulen kaum an frühe Schul- und Arbeitszeiten gewöhnen können, verabschieden sich Lerchen aufgrund ihrer frühen Ermüdung meist früh von geselligen Abendveranstaltungen. Allerdings liegen die meisten erwachsenen Menschen eher im Mittelfeld zwischen Lerche und Eule und können sich dem Alltag dementsprechend gut anpassen.

Obwohl der besagte Chronotyp angeboren ist, verändert auch er sich im Laufe des Lebens: Während man im frühen Kindesalter generell eher zur Lerche tendiert, verändern sich die meisten Jugendlichen vor und während der Pubertät zu extremen Spättypen. Erst mit dem Eintritt ins Erwachsenalter kommt der „wahre“, angeborene Chronotyp zum Vorschein. Im höheren Lebensalter entwickelt er sich dann wieder Richtung Lerche zurück – ältere Menschen neigen dazu, früher zu erwachen und aufzustehen.

Veränderungen des Schlafes mit zunehmendem Alter

Nicht nur die Schlafgewohnheiten ändern sich im Verlauf des Lebens, sondern auch der Schlaf in seiner Struktur. Ältere Menschen haben einen leichteren Schlaf, denn der Tief- und Traumschlafanteil verringert sich zunehmend. Am deutlichsten zeigt sich diese Abnahme beim Tiefschlaf.

Die Leichtschlafphasen nehmen dagegen zu, was zu einem häufigeren Erwachen und auch zu längerem Wachliegen führen kann. Zudem ist die Gesamtschlafzeit (leicht) reduziert; man wacht häufiger frühmorgens auf. Diese ganz normalen Veränderungen führen dazu, dass viele ältere Menschen das Gefühl haben, unruhiger und oberflächlicher zu schlafen und sich deswegen morgens nicht immer frisch und erholt zu fühlen.

Gerne wird versucht, fehlende Schlafstunden durch einen längeren Mittagsschlaf oder mehrere kleinere Nickerchen auszugleichen. Westliche Länder sind geprägt von der „8-Stunden-Kultur“; durch einen Mittagsschlaf wandelt sich der einphasige Schlaf damit zu einem Schlafrhythmus mit mehreren Abschnitten. Gegen diese neue Gewohnheit ist nichts einzuwenden, solange man sich darüber bewusst ist, dass damit sowohl die abendliche „Bettschwere“ als auch die Gesamtschlafzeit in der Nacht abnimmt. Generell müssen Sie bei Schlafgewohnheiten, die aus mehreren Abschnitten bestehen, alle Schlafzeiten zusammenzählen, um auf die tatsächliche Gesamtschlafzeit innerhalb von 24 Stunden zu kommen.