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Nutzen der Großen Darmspiegelung

Eine Studie mit etwa 427.000 Teilnehmern untersuchte, bei wie vielen Personen, die an einer Großen Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs teilnahmen, Darmkrebs oder dessen Vorstufen gefunden wurden. Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Personen wies einen normalen Darm auf. Bei ihnen wurden weder Darmkrebs, Krebsvorstufen noch andere Darmerkrankungen festgestellt.

Nachfolgend finden Sie Tabellen mit der Verteilung der während der Studie entdeckten Befunde. Zum besseren Verständnis beziehen sich die Ergebnisse jeweils auf 1.000 Männer bzw. 1000 Frauen.

Männer

von 1.000 MännernBefund der Darmspiegelung
443Normaler Befund (weder Krebsvorstufen noch Krebs)
117Polypen
228Adenome (ohne fortgeschrittene Adenome)
84Fortgeschrittene Adenome
11Darmkrebs
117Sonstige Befunde (z. B. Entzündungen des Darms)

Quelle: 12. Jahresbericht des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung

Bei 443 der 1.000 Männer wurden weder Darmkrebs noch seine Vorstufen oder andere Erkrankungen des Darms bei der Früherkennungsdarmspiegelung festgestellt.

Bei 117 von 1.000 Männern wurden Polypen und bei 228 von 1.000 Männern Adenome entdeckt. Zusammengefasst wurden also bei 345 von 1.000 Männern Krebsvorstufen wie Polypen und Adenome gefunden. Durch die Entfernung dieser Krebsvorstufen während der Darmspiegelung (Polypektomie) konnte eventuell der Entstehung von Darmkrebs bei diesen Männern vorgebeugt werden. Allerdings hätten sich diese Krebsvorstufen vielleicht nie zu Darmkrebs weiterentwickelt bzw. aufgrund der langen Entwicklungsdauer von Darmkrebs zu Lebzeiten vielleicht nie Beschwerden verursacht.

Bei 84 von 1.000 Männern wurden fortgeschrittene Adenome entdeckt. Je größer diese Adenome sind, desto wahrscheinlicher entwickeln sie sich weiter zu Darmkrebs. Durch die Entfernung der Adenome kann möglicherweise der Entstehung von Darmkrebs vorgebeugt werden.

11 von 1.000 Männern hatten Darmkrebs. Bei 7 dieser 11 Männer befand sich der Darmkrebs in einem gut behandelbaren Frühstadium (UICC- Stadium I und II). Dadurch steigen die Heilungschancen. 4 der 14 Männer hatten Darmkrebs in einem fortgeschrittenen und somit schwerer behandelbarem Stadium (UICC- Stadium III und IV). Allerdings wurde bei diesen Männern der Darmkrebs entdeckt, bevor er Beschwerden verursachte. Somit wurde der Zeitpunkt der Behandlung des Darmkrebs durch die Früherkennungsdarmspiegelung nach vorn gezogen.

Frauen

von 1.000 FrauenBefund der Darmspiegelung
544Normaler Befund (weder Krebsvorstufen noch Krebs)
111Polypen
155Adenome (ohne fortgeschrittene Adenome)
49Fortgeschrittene Adenome
6Darmkrebs
135Sonstige Befunde (z. B. Entzündungen des Darms)

Quelle: 12. Jahresbericht des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung

Bei 544 der 1.000 Frauen wurden weder Darmkrebs noch seine Vorstufen oder andere Erkrankungen des Darms bei der Früherkennungsdarmspiegelung festgestellt.

Bei 111 von 1.000 Frauen wurden Polypen und bei 155 von 1.000 Frauen Adenome entdeckt. Zusammengefasst wurden also bei 266 von 1.000 Frauen Krebsvorstufen wie Polypen und Adenome gefunden. Durch die Entfernung dieser Krebsvorstufen während der Darmspiegelung (Polypektomie) konnte eventuell der Entstehung von Darmkrebs bei diesen Frauen vorgebeugt werden. Allerdings hätten sich diese Krebsvorstufen vielleicht nie zu Darmkrebs weiterentwickelt bzw. aufgrund der langen Entwicklungsdauer von Darmkrebs zu Lebzeiten vielleicht nie Beschwerden verursacht.

Bei 49 von 1.000 Frauen wurden fortgeschrittene Adenome entdeckt. Je größer diese Adenome sind, desto wahrscheinlicher entwickeln sie sich weiter zu Darmkrebs. Durch die Entfernung der Adenome kann möglicherweise der Entstehung von Darmkrebs vorgebeugt werden.

6 von 1.000 Frauen hatten Darmkrebs. Bei 4 dieser 6 Frauen befand sich der Darmkrebs in einem gut behandelbaren Frühstadium (UICC- Stadium I und II). Dadurch steigen die Heilungshancen. 2 der 6 Frauen hatten Darmkrebs in einem fortgeschrittenen und somit schwerer behandelbarem Stadium (UICC- Stadium III und IV). Allerdings wurde bei diesen Frauen der Darmkrebs entdeckt, bevor er Beschwerden verursachte. Somit wurde der Zeitpunkt der Behandlung des Darmkrebs durch die Früherkennungsdarmspiegelung nach vorn gezogen.

Bei 9 von 1.000 Männern und 4 von 1.000 Frauen wurde durch die Früherkennungsdarmspiegelung Darmkrebs in einem gut behandelbaren Frühstadium entdeckt und dadurch die Heilungschancen erhöht. Bei 345 von 1.000 Männern und 266 von 1.000 Frauen wurden bei der Früherkennungsdarmspiegelung Krebsvorstufen (Polypen/Adenome) festgestellt. Möglicherweise konnte bei einigen dieser Männer und Frauen durch das Entfernen der Krebsvorstufen die Entstehung von Darmkrebs verhindert werden.

Risiken und Nebenwirkungen der Großen Darmspiegelung

Vor, während und nach der Darmspiegelung können Schmerzen, Krämpfe und Übelkeit auftreten. Bei 1-2 von 1.000 Personen, die eine Darmspiegelung durchführen lassen, treten ernste Komplikationen auf, die im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Während der Vorbereitung der Darmspiegelung und der Darmspiegelung selbst können Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit bis hin zum Erbrechen sowie Kreislaufstörungen auftreten.

Während der Darmspiegelung können sie eine Beruhigungsspritze erhalten (Sedierung). Allerdings kann das Beruhigungsmittel besonders bei älteren Menschen zu Störungen der Atmung und des Herz-Kreislauf-Systems führen. In der Aufwachphase kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Bei 1-2 von 1.000 Personen treten während der Darmspiegelung ernste Komplikationen wie Blutungen und Perforationen auf, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei einer Perforation entsteht während der Darmspiegelung ein Loch in der Darmwand. Meist entstehen diese Perforationen sowie die Blutungen durch das Entfernen von Krebsvorstufen. Das Risiko, dass während der Darmspiegelung ernste Komplikationen auftreten, nimmt mit dem steigenden Lebensalter zu. Insbesondere bei Frauen jenseits des 70. Lebensjahres nimmt das Risiko im Vergleich zum Nutzen zu.

Es können auch bis zu vier Wochen nach der Darmspiegelung Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Blutungen und Völlegefühl auftreten.

Zusätzlich ist die Koloskopie mit allgemeinen Nachteilen von Früherkennungsuntersuchungen verbunden. Zu diesen allgemeinen Nachteilen zählt, dass die Durchführung einer Koloskopie die Lebensqualität beeinträchtigen kann. Beispielsweise wird die Wartezeit auf das Testergebnis von vielen Menschen als belastend empfunden. Außerdem kann die Behandlung von Darmkrebs die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Zu den allgemeinen Nachteilen von Früherkennungsuntersuchungen zählt auch, dass trotz der Durchführung einer Koloskopie Darmkrebs zu spät erkannt werden kann. Dies ist bei sogenannten Intervallkarzinomen der Fall. Es handelt sich dabei meist um schnell wachsende Tumore.

 

Zusammenfassung

  • In einer Studie konnte bei etwa 4 von 1.000 Frauen Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt werden. Bei 266 dieser 1.000 Frauen wurden Vorstufen gefunden und entfernt
  • Vor, während und nach der Darmspiegelung können Schmerzen, Krämpfe und Übelkeit auftreten. Bei 1-2 von 1.000 Personen kommt es zu ernsten Komplikationen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen