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Koronare Herzkrankheit und Psyche

Wer unter chronischem Stress leidet, hat ein erhöhtes Risiko für eine KHK und damit für einen Herzinfarkt. Solche Stressfaktoren können z. B. andauernde Probleme oder Überforderung im Alltag, ggf. am Arbeitsplatz (auch bei geringfügig Beschäftigten) und / oder starke familiäre Konflikte sein. Auch der kürzliche Verlust eines nahen Angehörigen gilt als Risikofaktor, ebenso soziale Isolation, Angst oder starker Ärger auch über Kleinigkeiten.

Herzkrankheiten und psychische Leiden beeinflussen sich oft gegenseitig. Einerseits haben Menschen, die unter starkem psychischen Stress stehen, ein größeres Risiko, an einer KHK zu erkranken bzw. einen Herzinfarkt zu erleiden. Andererseits steigt nach einem Infarkt das Risiko für psychische Erkrankungen, die sich ungünstig auf die Lebensqualität auswirken und wiederum den Verlauf der Krankheit ungünstig beeinflussen können.

Nach dem Auftreten bzw. der Diagnose einer KHK geraten Menschen häufig in ein Stimmungstief, etwa 20 bis 50 % zeigen depressive Symptome. Viele Patienten und Patientinnen wissen jedoch nicht, dass diese Symptome möglicherweise auf eine behandlungsbedürftige Depression hinweisen können. Sie gehen nicht zum Arzt, die mögliche Erkrankung bleibt dann unerkannt und unbehandelt. Wenn Sie also unter Gefühlen von vermindertem Antrieb, Lustlosigkeit oder gedrückter Stimmung leiden, dann ignorieren Sie solche Symptome bitte nicht, sondern informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Depressionen treten nach einem Herzinfarkt oder der Diagnose einer KHK bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Eine Depression kann sehr gut behandelt werden, damit kehrt auch die Lebensqualität zurück.

Etwa 30 % der Patienten und Patientinnen entwickeln nach einem Herzinfarkt eine Angststörung (weitere Infos unter www.gesundheitsinformation.de): Eine Angina Pectoris oder einen Herzinfarkt zu erleiden, ist oft ein bedrohlicher Schock und kann traumatisch sein. Bei Frauen können Angststörungen häufiger auftreten als bei Männern.
Sprechen Sie Ihre behandelnden Ärzte darauf an und holen Sie sich ggf. psychotherapeutische Hilfe. Bitte denken Sie daran, dass Angststörungen gut behandelbar sind.

Auch wenn Sie von Schlafstörungen betroffen sind oder das Gefühl andauernder Einsamkeit spüren, sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt davon erfahren. Studien haben gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen Einsamkeit und dem Neuauftreten einer KHK besteht.

Menschen mit KHK und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird deshalb ein individuell angepasstes, kombiniertes Behandlungskonzept empfohlen, das Sport- und Bewegungstherapie vorsieht und auch Entspannungsverfahren und Stressmanagement-Training beinhaltet. Bei psychischen Erkrankungen kann es durch eine psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlung ergänzt werden.