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Wie kommt es zu einer KHK?

Noch sind die Ursachen für Entstehung und Voranschreiten einer KHK nicht vollständig geklärt. Nach neuesten Erkenntnissen scheint eine genetische Veranlagung für die Erkrankung (erbliche Komponente) eine wichtige Rolle zu spielen. Mittlerweile sind mehrere „Risikogene“ erkannt worden, die bei einem Menschen das Risiko für eine KHK erhöhen. Das heißt, manche Menschen haben von ihrem Erbgut her ein größeres Risiko, an einer KHK zu erkranken, als andere. Ebenso gibt es Familien, in denen eine KHK häufiger auftritt, da das Risiko für eine KHK über die Generationen weitervererbt wurde.

Auch der Lebensstil hat eine große Bedeutung – Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht sind die hauptsächlichen Risikofaktoren, die zu einer KHK führen können. Weitere Risikofaktoren sind unerkannte oder unbehandelte hohe Cholesterinwerte, ein hoher Blutdruck und eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).
Insbesondere das sogenannte LDL-Cholesterin („low density lipoprotein“-Cholesterin) spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Engstellen und Verschlüssen der Herzkranzgefäße: Es ist nachgewiesen, dass das Risiko für eine KHK und für Herzinfarkte höher ist, wenn Menschen einen hohen LDL-Cholesterinspiegel im Blut haben.
Die Grundlage von Engstellen und Verschlüssen an den Herzkranzgefäßen sind sogenannte „Plaques“, also Wandunregelmäßigkeiten der Gefäßinnenhaut, an deren Entstehung das LDL-Cholesterin offenbar beteiligt ist. Gefährlich wird es, wenn diese Plaques einreißen („rupturieren“). Darauf kann der Körper – wie sonst bei einer Wunde – mit einem Blutgerinnsel reagieren, das dann das gesamte Gefäß verschließen kann.

Das höchste Risiko für eine KHK tragen Patienten und Patientinnen, die sowohl eine erbliche Veranlagung für die Erkrankung als auch einen ungesunden Lebensstil haben. Ein erhöhtes genetisches Risiko lässt sich durch einen gesunden Lebensstil verkleinern; umgekehrt erhöht sich des Risiko einer KHK-Erkrankung durch eine ungesunde Lebensweise auch bei Menschen ohne erhöhtes genetisches Risiko.

Große Studien haben gezeigt, dass Vorbeugung möglich ist: Wer aufhört zu rauchen, sich regelmäßig bewegt und im Falle von Übergewicht sein Körpergewicht reduziert, kann das Risiko vermindern, an einer KHK zu erkranken. Und bei einer bereits vorhandenen KHK verringert man mit einem verbesserten Lebensstil das Risiko für Folgen wie Herzinfarkte, Herzmuskelschwäche oder gar den Tod.
So ergab eine Studie mit rund 20 000 Patienten, die aufgrund eines Verschlusses oder einer starken Verengung eines Herzkranzgefäßes behandelt wurden, dass ein gesunder Lebensstil (also rauchfrei, körperlich aktiv und mit gesunder Ernährung) mit einem 4-fach niedrigeren Risiko verbunden war, innerhalb von sechs Monaten erneut ein „koronares Ereignis“ wie einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herztod zu erleiden (Chow et al. Circulation 2010;121:750-8). Viele Studien belegen zudem, dass es vorteilhaft für KHK-Patienten und -Patientinnen ist, wenn zum einen das LDL-Cholesterin gesenkt und zum anderen Bluthochdruck und eine „Zuckerkrankheit“ gut behandelt werden. Das gilt auch für Betroffene im höheren Alter.
Bei Patienten und Patientinnen mit einer bereits diagnostizierten KHK gilt es also, Risikofaktoren wie z. B. erhöhte LDL-Cholesterinwerte zu erkennen und zu behandeln und einen gesunden Lebensstil zu pflegen.

Ein weiterer Geschlechtsunterschied findet sich bei den Risikofaktoren, die das Auftreten einer KHK begünstigen: Frauen, die an Diabetes leiden, haben ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko, an einer KHK zu erkranken; bei Männern mit Diabetes liegt das Risiko lediglich beim Zwei- bis Vierfachen. Auch der schädigende Effekt des Rauchens ist bei Frauen höher als bei Männern.