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Porträt Friedrich Sürtenich: Um fünf vor zwölf zum Augenarzt

Als Friedrich Sürtenich Ende 2006 nach langer Pause wieder einmal zum Augenarzt ging, war der Mediziner beim Blick ins Augeninnere aufs Äußerste alarmiert und verwies ihn sofort an eine Universitäts-Augenklinik. Sürtenich, damals 56 Jahre alt, ist zuckerkrank. Das war schon länger bekannt. Doch nun wies die Netzhaut des Diabetikers bereits deutliche Schäden auf, es drohte eine unmittelbare Gefahr für das Augenlicht. Heute, acht Jahre später, fährt der 65-Jährige weiterhin Auto, wenn auch nur tagsüber, und zu seiner großen Freude kann er immer noch seiner Arbeit in der Anzeigenabteilung einer Tageszeitung nachgehen.

Die langjährige konsequente Behandlung hat sein Augenlicht gerettet, das ist ihm heute bewusst. Über viele Jahre hinweg war der Mann, dem man sein Alter nicht ansieht, „Stammgast“ in der Universitäts-Augenklinik. Immer wieder war er dort zu Kontrolluntersuchungen und zur Behandlung. Dutzende Male wurde ihm ein Medikament in die Augen gespritzt. Diese Methode, die inzwischen Standard ist, war damals noch neu und Friedrich Sürtenich gehörte zu den ersten Patienten, die davon profitierten. Dann musste auch an beiden Augen der Graue Star operiert werden. Was sonst ein Routineeingriff ist, erforderte bei ihm, dessen Netzhaut schon Schäden aufwies, besondere Sorgfalt. Doch alles ging gut.

Derzeit hat er auf dem besseren rechten Auge eine Sehschärfe von 60 bis 80 Prozent, links immerhin noch von 30 bis 40 Prozent. Je nach Tageszeit hat Friedrich Sürtenich auch Probleme mit dem Kontrastsehen, aber das weiß er und kann sich darauf einstellen. Mit den Jahren ist er zum Experten für die eigenen Augen geworden. Er weiß, wie er mit seinen Sehbeeinträchtigungen umgehen kann. Und er weiß auch, dass er mit seiner chronischen Krankheit ständig am Ball bleiben muss. Seit einem guten Jahr muss er zu den Kontrolluntersuchungen nicht mehr in die Augenklinik, stattdessen geht er ein- bis zweimal im Quartal zu seinem Augenarzt. Im Gespräch dort bleiben mehr Möglichkeiten, Nachfragen zu stellen. Und manchmal besprechen Patient und Arzt auch Medienberichte über neue Therapien.

Nicht nur seinen Augen ist es zugutegekommen, dass Friedrich Sürtenich seine Zuckerkrankheit heute ernster nimmt als vor acht Jahren: Dadurch, dass der Diabetes insgesamt besser eingestellt wurde und konsequent behandelt wird, können auch weitere Folgeschäden verhindert werden.