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Porträt Lothar Schöneseifen: Jahrelanger Kampf um das Augenlicht

Lothar Schöneseifen rät: „Nehmt das Augenlicht nicht als selbstverständlich!“

Man spürt es nicht. Das Glaukom, der Grüne Star, schleicht sich ins Auge. Es schmerzt nicht und schädigt doch. Jetzt, da Lothar Schöneseifen nur mühsam mit vielen Therapien die Sehkraft seines rechten, vom Glaukom befallenen Auges erhalten konnte, rät er allen Menschen: „Geht zum Augenarzt! Nehmt das nicht auf die leichte Schulter und das Augenlicht als selbstverständlich!“ Als junger Mann war er selbst nicht so konsequent. Dabei wurde der Grüne Star, die krankhafte Veränderung des Augendrucks, bei der Augenuntersuchung für den Führerschein festgestellt, als er erst 18 Jahre alt war. „Einige Jahre musste ich regelmäßig zur Kontrolle“, erzählt Lothar Schöneseifen, „aber als die Pflicht dazu aufgehoben wurde und ich meinen Führerschein auch behalten konnte, ohne zum Augenarzt zu gehen, habe ich mich nicht mehr darum gekümmert.“ Der 62-Jährige sitzt am Esstisch seines verwinkelten Hauses in einem kleinen Ort in der Nähe von Bonn. Ein dicker Schmöker liegt griffbereit. Lesen kann er heute wieder, Autofahren auch. Das ist das Ergebnis zahlreicher Arztbesuche.

Lothar Schöneseifen ist gelernter Kaufmann und Tankwart. Sein Hüftleiden allerdings zwingt ihn schon bald, einen Beruf zu ergreifen, den er im Sitzen ausüben kann. So ist er froh, dass er zu einem Konzern wechseln kann, bei dem genügend Arbeit anfällt, die er mit Rücksicht sowohl auf seine Sehkraft als auch auf seine Gehbehinderung leisten kann.

Zuvor, als er noch unbekümmerter ist, denkt er nicht weiter über seine Augen nach. Da macht er mit seiner Frau Ferien im Bayerischen Wald und kann keine Hausnummern mehr lesen. Von einem Tag auf den anderen. Zurückgekehrt ins Rheinland geht er zu einem Augenarzt, bekommt Tropfen. Er sieht wieder besser. Im Jahr darauf am selben Ferienort: dasselbe Symptom. Jetzt wird es schon unheimlicher. Im linken - dem bisher gesunden - Auge wird eine Netzhautentzündung festgestellt. Eine Lasertherapie sei zu riskant, weil die Entzündung zu nah am Sehnerv liege, so die Diagnose. Lothar Schöneseifen ist Mitte 40. Jetzt wird auch das lange vernachlässigte Glaukom untersucht. Der Augendruck ist bedrohlich hoch: 50 bis 60 mmHg statt - wie normal - 20. Lothar Schöneseifen wird in einer Universitätsklinik operiert. Kein Erfolg. Ein neuer Termin wird angesetzt, dann aber kurzfristig abgesagt. Die Ungewissheit belastet.

Beide Augen bedürfen jetzt der Behandlung. Das eigentlich schlechtere, das rechte, mit dem Glaukom, soll künftig das stärkere sein. Noch ein Versuch: Eine neue Linse wird eingesetzt und ein „Sickerkissen“ angelegt. Das bringt den gewünschten Erfolg und dieser hält jetzt auch schon viele Jahre an. Noch heute beschlägt seine Brille manchmal von innen, wenn er konzentriert liest. Die im Sickerkissen gesammelte Feuchtigkeit tritt nach außen, so bleibt der Druck im Auge niedrig. Aber er kann sehend leben. So genießt Lothar Schöneseifen vieles, was sich seinen Augen bietet, in der Nähe seine Schmöker und in der Ferne den Blick in die Natur. Lothar Schöneseifen ist froh, dass er Augenärzte fand, die geduldig verschiedene Methoden und Medikamente, Tropfen vor allem, ausprobiert haben. Ihnen, da ist er sicher, hat er es zu verdanken, dass seine Sehkraft weitgehend erhalten blieb und der Augendruck im rechten Auge seit Jahren normal ist.