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Bei der Orientierung helfen - Tipps für Helfer

Sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden - das fällt schon schwer genug, wenn die Augen noch „in Ordnung“ sind. Menschen mit Sehbeeinträchtigungen dagegen benötigen häufig Unterstützung, um ihre Ziele zu erreichen. Sehende Menschen sind meistens hilfsbereit. Aber sie denken, reden und gestikulieren nun einmal wie Sehende: Ein ausgestreckter Arm mit dem Hinweis „hier entlang“ oder ein Fingerzeig nach „da hinten“ hilft dem Fragenden wenig, wenn er nicht sieht, in welche Richtung sein Gegenüber zeigt.

Probleme dieser Art lassen sich lösen, wenn man sich mit Respekt und Wertschätzung begegnet. Die goldene Regel sollte sein: Immer zuerst fragen, ob Hilfe gewünscht wird, bevor Sie helfen. Und seien Sie bitte nicht enttäuscht, wenn Ihr freundliches Angebot einmal abgelehnt wird.

Einige einfache Regeln helfen bei der Verständigung mit sehbehinderten Menschen:

  • Sprechen Sie Ihr Gegenüber möglichst direkt mit seinem Namen an, soweit er bekannt ist.
  • Nennen Sie selbst auch Ihren Namen, damit Ihr Gegenüber weiß, mit wem er es zu tun hat.
  • Fragen Sie nach, was und wie Ihr Gesprächspartner sieht. So gewinnen Sie einen Eindruck von den individuellen Beeinträchtigungen.
  • Fragen Sie, ob und welche Unterstützung Ihr Gegenüber benötigt.
  • Präzise Orts- und Wegeangaben sind eine große Hilfe: „die erste Tür rechts“ oder „links den Flur entlang bis zum Ende“ oder auch: „Ein Meter hinter Ihnen steht ein Stuhl.“
  • Bieten Sie an, Ihr Gegenüber zu führen („Darf ich Sie begleiten?“) - und warten Sie die Zustimmung ab.
  • Bieten Sie einen Arm zum Führen an. Die sehbehinderte Person greift etwa in Ellenbogenhöhe mit der linken Hand Ihren rechten Arm. Auf diese Weise entsteht automatisch der zum Gehen richtige Abstand. Sie gehen voran, die zu führende Person folgt. Kündigen Sie Stufen und Hindernisse ebenso an wie Richtungsänderungen.
  • Nennen Sie das Ziel des Weges und beschreiben Sie seinen Verlauf. Dann kann die geführte Person die Orientierung gewinnen und sich bei weiteren Besuchen eventuell selbstständig bewegen.

Voraussetzung für die passende Hilfe ist, dass der Hilfsbedürftige sich als sehbehindert zu erkennen gibt.