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Hilfe annehmen – das will gelernt sein

Lernen, mit Einschränkungen zu leben – das gehört im Alter oft dazu. Besonders schwer fällt es vielen Menschen, wenn sie sich auf ihren wichtigsten Sinn nicht mehr verlassen können und Hilfe annehmen müssen, weil sie schlecht sehen. Bei chronischen Augenkrankheiten lässt es sich nicht in jedem Fall vermeiden, dass Betroffene eine Sehbehinderung erleiden. Sie wirkt sich auf ganz unterschiedliche Weise auf das alltägliche Leben aus, wie Betroffene berichten:

„Morgens kann ich die Zeitung nicht mehr lesen - das ist für mich das Allerschlimmste.“

„Ständig muss ich um Hilfe bitten, das kann ich nicht leiden. Das verdirbt mir immer wieder die Laune.“

„Wenn ich auf die Straße gehe, habe ich immer Angst vor Unfällen. Ich würde mir so sehr wünschen, etwas mit Freunden zu unternehmen, doch das geht einfach nicht mehr.“

„Ich fühle mich so nutzlos. Nicht einmal in der Küche komme ich allein zurecht.“

Es ist schwierig, sich einzugestehen, dass man den Haushalt nicht mehr im Griff hat, nicht mehr so mobil ist wie früher oder dass man sein geliebtes Hobby nicht mehr ausüben kann. Hinzu kommen finanzielle Belastungen: Für Fahrten in die Augenarztpraxis benötigt man eventuell einen Fahrdienst, es fallen Kosten für Hilfsmittel an und Zuzahlungen zu den Medikamenten.

Dass in einer solchen Umbruchsituation Ängste aufkommen, ist normal. Doch es gibt andere Menschen, die in einer ähnlichen Situation waren und bereit sind, ihre Erfahrungen weiterzugeben: Man kann sich orientieren und alltägliche Abläufe neu organisieren, man kann lernen, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden und neue Kompetenzen zu erwerben. Selbsthilfeorganisationen bieten Kontakte und die Gelegenheit zum Austausch. So kann es gelingen, Lebensmut und Lebenskraft zu bewahren oder zurückzugewinnen. Hilfreich ist der Austausch mit den Menschen im eigenen Umfeld, aber auch mit anderen Betroffenen. Über die eigenen Probleme, Sorgen und Ängste zu sprechen - das sind wichtige erste Schritte.

Für Menschen mit Sehbehinderungen gibt es ein breites Informationsangebot. Viele Hilfsmittel und Technologien machen das Leben wieder leichter.