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Zurück zur ÜbersichtFactsheet Kinder- und Jugendgesundheit: Jugendliche (12 bis 18 Jahre)

Zahlen und FaktenBewegung

Prof. Dr. Katharina Rathmann, Alice Hörner


Mit dem Übergang in die Jugendphase verändern sich Lebensalltag und Bedürfnisse deutlich. Während im Kindesalter häufig das freie Spiel im Vordergrund steht, sind Jugendlichen persönliche Interessen, Leistungsorientierung, soziale Zugehörigkeit und die Möglichkeit zur selbstbestimmten Freizeitgestaltung wichtig. Bewegung kann dabei einen Ausgleich zu schulischen Anforderungen und langen Sitzzeiten schaffen. Sie fördert zudem die körperliche sowie psychosoziale Gesundheit.

Der Bewegungsalltag von Jugendlichen wird von vielen unterschiedlichen Faktoren geprägt. Schule und Ausbildung, digitale Medien, Freundeskreis und familiäre Rahmenbedingungen beeinflussen, wie viel Zeit für körperliche Aktivität zur Verfügung steht. Auch der Zugang zu Sportvereinen, öffentlichen Bewegungsräumen und selbstständig erreichbaren Freizeitangeboten spielt eine Rolle. Während für einige Jugendliche Sport und Bewegung selbstverständlich zum Alltag gehören, können fehlende Angebote, finanzielle Hürden, Zeitmangel oder soziale Barrieren die Teilhabe erschweren.

Inhalt

Kurzzusammenfassung: Das folgende Factsheet beleuchtet zentrale Daten und Rahmenbedingungen zur Gesundheit und Lebenssituation von Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren. Es zeigt auf, welche Faktoren ihren Bewegungsalltag beeinflussen und wo Möglichkeiten für eine nachhaltige Bewegungsförderung liegen.

Demografie und sozioökonomische Situation

  • Nach Angaben des Zensus 2022 (Stichtag 31.12.2024) lebten insgesamt 5.458.879 Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren in Deutschland.1
  • Die 12- bis 18-Jährigen machten damit rund 6,5 Prozent der Gesamtbevölkerung von 83.577.140 Personen im Jahr 2024 in Deutschland aus.2
  • Der Anteil der Mädchen in der Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen lag bei 48,2 Prozent (2.631.937) und bei Jungen bei 51,8 Prozent (2.826.942).2
  • Ende 2024 (Stichtag: 31.12.2024) besaßen 937.200 Kinder zwischen 12 und 18 Jahren eine unbekannte oder nicht-deutsche Staatsangehörigkeit.3 Das entspricht einem Anteil von 17,2 Prozent aller 12- bis 18-Jährigen.1 3 Nach Angaben der Ausländerstatistik war Ende 2024 (Stichtag: 31.12.2024) die Ukraine mit 34,7 Prozent (177.345) das häufigste Herkunftsland unter den 12- bis 18-jährigen Kindern mit Migrationshintergrund.3
  • Nach Angaben des Mikrozensus (Stand: 2021, Altersgruppe: unter 15 Jahren) sind die am häufigsten gesprochenen nichtdeutschen Familiensprachen Arabisch mit 15,4 Prozent, gefolgt von Türkisch (12,8 Prozent), Russisch (8,9 Prozent), Kurdisch (6,2 Prozent), Polnisch (5,8 Prozent), Rumänisch (5,2 Prozent) sowie Englisch (4,9 Prozent) und Albanisch (4,3 Prozent).4

  • Es liegen repräsentative Daten des Mikrozensus zum Bildungsabschluss und zum Bildungsstatus von Personen im Alter von 15 bis 25 Jahren vor. 5 6 Im Jahr 2024 sind 29,9 Prozent der 15- bis 25-Jährigen noch in schulischer Ausbildung, 9,6 Prozent haben einen Hauptschulabschluss, 21,7 Prozent haben einen Realschulabschluss bzw. einen gleichwertigen Abschluss und 32,6 Prozent haben die (Fach-)Hochschulreife. 6,1 Prozent der 15- bis 25-Jährigen haben keinen allgemeinen Schulabschluss.5 Damit besitzen 54,9 Prozent der 15- bis 25-Jährigen einen niedrigen Bildungsabschluss, 38,9 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss und 5,8 Prozent einen hohen Bildungsabschluss. 6

Bildungsferne: Die Bildungsferne von Kindern und Jugendlichen wird im Rahmen des Mikrozensus Deutschland über den höchsten Bildungsabschluss der Eltern erfasst. Als bildungsfern werden jene Kinder erachtet, deren Eltern keinen berufsqualifizierenden Bildungsabschluss haben. 7

  • Die Bildung der Eltern zählt zu den zentralen sozioökonomischen Determinanten der Kindergesundheit.8
  • Nach Angaben des Mikrozensus ist der Anteil an bildungsfernen Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren zwischen 2011 (11,1 Prozent) und 2021 (18,4 Prozent) gestiegen. Damit sind Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren im Jahr 2021 häufiger bildungsfern, als jüngere Kinder zwischen 6 und 11 Jahren (17,7 Prozent) oder Kinder unter 6 Jahren (16,6 Prozent).7
  • Im Jahr 2021 lebten 5,9 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren in Haushalten, in denen die Eltern über keinen Schulabschluss verfügten. Weitere 5,5 Prozent der Jugendlichen hatten Eltern mit höchstens einem Hauptschulabschluss. Bei 4,2 Prozent der Jugendlichen lag der höchste elterliche Bildungsabschluss auf Realschulniveau. Zudem wiesen 2,8 Prozent mindestens einen Elternteil mit Hochschulreife, jedoch ohne berufsqualifizierenden Abschluss auf.7

  • Laut dem statistischen Bundesamt (Destatis, Datenbasis: Mikrozensus) lebten im Jahr 2023 etwa 70 Prozent der 10- bis unter 18-Jährigen Kinder in einem Haushalt bei Ehepaaren, 8 Prozent bei Erziehungsberechtigten in Lebensgemeinschaften und 22 Prozent bei alleinerziehenden Erziehungsberechtigten. 9
  • Minderjährige (unter 18 Jahre) leben in Ostdeutschland häufiger bei alleinerziehenden Elternteilen (22,2 Prozent) als in Westdeutschland (16,3 Prozent).10 Zudem leben im Jahr 2023 mit 77 Prozent mehr Minderjährige (unter 18 Jahre) mit Geschwistern als ohne Geschwisterteil (23 Prozent) in einem Haushalt. 9

Definition Armutsgefährdungsquote: Die Armutsgefährdungsquote gibt den Anteil der Personen an, deren verfügbares Äquivalenzeinkommen (sog. Median-Einkommen im Haushalt) unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt. Diese Schwelle entspricht 60 Prozent des Median-Äquivalenzeinkommens und wird aus dem bedarfsgewichteten Haushaltseinkommen des Vorjahres berechnet (modifizierte Skala der „Organization for Economic Co-operation and Development“, OECD, dt.: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).11

  • Für Kinder in der Altersgruppe von 12 bis 18 Jahren liegen keine repräsentativen Daten zur Armutsgefährdung vor.12  Das Statistische Bundesamt erfasst jedoch die Armutsgefährdung für alle Minderjährigen unter 18 Jahren. Im Jahr 2024 waren in Deutschland 15,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen armutsgefährdet, was etwa 2,2 Millionen Minderjährigen entspricht. Dieser Wert liegt leicht unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (15,5 Prozent) und unter dem Europäischen Mittel (19,3 Prozent).12
  • Ein niedriger Bildungsabschluss der Eltern geht auch mit einer erhöhten Armutsgefährdung der Kinder einher: Kinder unter 18 Jahren von Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss waren zu 41,8 Prozent armutsgefährdet, bei einem mittleren Abschluss lag die Quote bei 15,2 Prozent, und bei einem hohen Abschluss bei 7,2 Prozent. 12
  • Auch Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren) mit Einwanderungsgeschichte sind häufiger von Armutsgefährdung betroffen. 31,9 Prozent der Minderjährigen mit Einwanderungsgeschichte wiesen im Jahr 2024 eine Armutsgefährdung auf, nur 7,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen ohne Einwanderungsgeschichte.12
  • Eine Armutsgefährdung im Kindes- und Jugendalter hat sowohl kurz- als auch langfristige Auswirkungen auf die soziale, psychische, ökonomische und gesundheitliche Entwicklung der Heranwachsenden.13

Gesundheit der 12- bis 18-Jährigen

  • Das Kindes- und Jugendalter wird als eine überwiegend gesunde Lebensphase betrachtet. Dennoch zeigen sich für die Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen bereits typische Gesundheitszustände und Erkrankungen wie auch soziale Ungleichheiten in der gesundheitlichen Lage. 14
  • Die subjektive Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren wird in den Studien „KiGGS – Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS; 2014-2017, für 3- bis 17-Jährige) 15, „Der Präventionsradar – Kinder und Jugendgesundheit in Schulen“ (kurz: Präventionsradar, Schuljahr 2024/2025, für 9- bis 17-Jährige) 16 sowie der deutschen „Health Behavior in School-aged Children“-Studie  (für 11-, 13- und 15-Jährige) 17  überwiegend positiv beschrieben.
  • Sowohl die Jugendlichen selbst als auch die Eltern bewerteten die Gesundheit von 11- bis 17-Jährigen überwiegend als „gut“ oder „sehr gut“ 15 16 17. Nach Angaben der Eltern betraf dies die große Mehrheit der 11- bis 17-Jährigen: 94,8 bis 96,5 Prozent bei 11- bis 13-Jährigen sowie 93,3 bis 95,2 Prozent bei 14- bis 17-Jährigen gaben eine „sehr gute“ oder „gute“ Gesundheit an. 15 Auch die Jugendlichen selbst berichteten mit rund 70 bis 78,9 Prozent über eine selbsteingeschätzte „gute“ oder „sehr gute“ Gesundheit. 16 17
  • Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, die eigene Gesundheit als „eher schlecht“ einzuschätzen. So haben 15-Jährige im Vergleich zu 11-Jährigen ein etwa doppelt so hohes Risiko, ihre Gesundheit als „eher schlecht“ zu bewerten.17 Jungen schätzten ihren Gesundheitszustand häufiger als „sehr gut“ (32,6 Prozent) im Vergleich zu Mädchen (22 Prozent) ein.16 Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren haben im Vergleich zu gleichaltrigen Jungen ein 1,7-fach erhöhtes Risiko, ihre Gesundheit als „eher schlecht“ einzustufen. Bei gender-diversen Jugendlichen im gleichen Alter ist das Risiko sogar 4,4-fach erhöht, im Vergleich zu Jungen.17
  • Elternangaben des AOK-Kindergesundheitsatlas geben Hinweise auf erhöhte gesundheitliche Belastungen bei chronisch erkrankten Kindern.18 Die Daten sind zwar nicht repräsentativ für Deutschland, verdeutlichen jedoch, dass der subjektive Gesundheitszustand bei chronisch erkrankten Kindern mit 45 Prozent „sehr guter“ Gesundheit deutlich schlechter eingeschätzt wurde als die Gesundheit von Kindern ohne chronische Erkrankung (66 Prozent).18
  • Bereits im Jugendalter zeigen sich soziale Ungleichheiten in der Gesundheit.8 14 19 Verfügbare Studienergebnisse belegen für die Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen deutliche soziale Ungleichheiten in der subjektiven und objektiven Gesundheit, unabhängig davon, ob der sozioökonomische Status (SES) der Familie oder die häufig aus Kinderperspektive berichteten Merkmale zum familiären Wohlstands, der materiellen Ausstattung im Haushalt oder dem subjektiv empfundenen Sozialstatus in der Gesellschaft herangezogen wurden 8 14 16 19 20 21 22 23: 
    • Mädchen und Jungen (11 bis 15 Jahre) mit niedrigem familiärem Wohlstand berichteten häufiger über eine schlechte subjektive Gesundheit (18,6 bis 20,9 Prozent) als Kinder und Jugendliche mit hohem familiärem Wohlstand (9,2 bis 14,7 Prozent). Bei gender-diversen Jugendlichen zeigte sich ein anderes Muster: Am häufigsten berichteten jene mit mittlerem familiärem Wohlstand von schlechter Gesundheit (54 Prozent), gefolgt von niedrigem (37,5 Prozent) und hohem familiären Wohlstand (13,3 Prozent).22
    • Schülerinnen und Schüler am Gymnasium stufen ihre Gesundheit positiver ein als Schülerinnen und Schüler anderer Schulformen.16 Ergebnisse der HBSC-Studie (2022) 24 im Bundesland Sachsen-Anhalt verdeutlichen, dass 85,1 Prozent der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten eine „gute“ oder „ausgezeichnete“ Gesundheit angeben, im Vergleich zu 81,2 Prozent der Gemeinschaftsschülerinnen und -schülern oder 81,1 Prozent Sekundarschüler*innen.23
    • Weiterhin zeichnen sich für Kinder und Jugendliche in der Altersgruppe 12 bis 15 Jahre Ungleichheiten auch entlang des Netto-Äquivalenzeinkommen im Haushalt ab: Je niedriger das Einkommen3 in der Familie berichtet wurde, desto niedriger schätzten die Eltern den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Kinder (3-15 Jahre; 87,4 Prozent) im Vergleich zu Familien mit hohem Einkommen ein (92,8 bis 94,6 Prozent).20

Morbidität: Morbidität ist definiert als Häufigkeit, mit der eine Erkrankung in einer definierten Population (Bevölkerungsgruppe) und innerhalb eines definierten Zeitraums auftritt. 25

Chronische Erkrankungen und Behinderung

Chronische Erkrankungen: Eine einheitliche Definition von chronischen Erkrankungen gibt es nicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) definiert chronische Erkrankungen als „lang andauernde Krankheiten, die nicht vollständig geheilt werden können und eine andauernde oder wiederkehrend erhöhte Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitssystems nach sich ziehen“.26

Behinderung: „Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können“ (§2 Abs. 1 S. 1 SGB IX).

Beeinträchtigung: „Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung zu erwarten ist“ (§2 Abs. 1 S. 2 SGB IX).

Schwerbehinderung: „Menschen sind schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt“ (§2 Abs. 2 SGB IX).

  • Laut statistischem Bundesamt hatten in Deutschland 49.250 Kinder und Jugendliche im Alter von 15 bis unter 18 Jahren Ende 2023 (Stichtag: 31.12.2023) eine Schwerbehinderung, d. h. einen Grad der Behinderung von wenigstens 50.27
  • Ergebnissen des AOK-Kindergesundheitsatlas 18 zufolge wurden, nach Angaben der Eltern, bei 51 Prozent der Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren mindestens eine chronische Erkrankung von den Eltern vermutet oder diagnostiziert. Die von den Eltern am häufigsten angegebenen chronischen Erkrankungen ihrer Kinder zwischen 11 und 13 Jahren waren die Sehschwäche bzw. Sehstörung (18 Prozent) sowie die Psychischen Erkrankungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (14 Prozent).18 Im Durchschnitt berichteten die Eltern von 2,3 diagnostizierten oder vermuteten chronischen Erkrankungen pro betroffenes Kind zwischen 11 und 13 Jahren.18
  • Bei 14- bis 17-Jährigen sind es nach Angaben der Eltern 60 Prozent, die mindestens eine chronische Erkrankung aufwiesen, entweder mit ärztlicher Diagnose oder aufgrund der elterlichen Vermutung.18 Die von den Eltern am häufigsten angegebenen chronischen Erkrankungen ihrer Kinder im Alter von 14 bis 17 Jahren sind Sehschwächen bzw. Sehstörungen (21 %) sowie psychische Erkrankungen und Persönlichkeits- bzw. Verhaltensstörungen (zusammengefasste Kategorie: 17 Prozent).18 Nach Angaben der Eltern lagen in dieser Altersgruppe durchschnittlich 2,4 diagnostizierte oder vermutete chronische Erkrankungen vor.18 

 

Übergewicht und Adipositas

Übergewicht: In der KiGGS-Studie (Basiserhebung: 2003-2006, Welle 2: 2014-2017) wird Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mithilfe alters- und geschlechtsspezifischer BMI-Perzentile nach Kromeyer-Hauschild bestimmt. 28 29 Der Body-Mass-Index (BMI) ergibt sich aus dem Körpergewicht, das durch die Körpergröße im Quadrat geteilt wird (kg/m²). Liegt dieser Wert über dem 90. Perzentil der entsprechenden Referenzkurve, wird ein Kind als übergewichtig eingestuft.29

Adipositas: Adipositas bei Personen unter 18 Jahren wird gemäß KiGGS (Welle 2, 2014-2017) anhand derselben BMI-Referenzkurven erfasst und liegt vor, wenn der berechnete BMI oberhalb des 97. Perzentils liegt. Damit gelten Kinder und Jugendliche mit besonders stark erhöhtem BMI im Vergleich zur Referenzpopulation als adipös. 29

  • Da in Deutschland keine Statistik zur Verbreitung von Übergewicht und Adipositas geführt wird, liegen hierzu keine offiziellen Daten vor. Es gibt jedoch Studien, in deren Rahmen entsprechende Daten für Kinder im Jugendalter erhoben wurden und die Rückschlüsse auf die entsprechenden Prävalenzen zulassen. 30 31 32 33
  • Es liegen präpandemische, repräsentative Studienergebnisse der KiGGS-Studie (Welle 2, 2014-2017) zu Übergewicht und Adipositas von Kindern im Alter von 11-17 Jahren vor.33 Der Anteil an Kindern im Alter von 11 bis 13 Jahren mit Übergewicht und Adipositas lag zwischen 2014 und 2017 bei 20,6 Prozent (Mädchen: 20,0 Prozent; Jungen: 21,1 Prozent) und damit unter allen Altersgruppen auf dem höchsten Wert. Bei den 14- bis 17-Jährigen liegt der Anteil bei 17,4 Prozent (Mädchen: 16,2 Prozent; Jungen: 18,5 Prozent). 33
  • Für das Jahr 2022 legt die repräsentative HBSC-Studie (Welle 2022) Daten zu Übergewicht und Adipositas für 13- und 15-Jährige in Deutschland vor. Die Prävalenzen bei Jungen sind auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Corona-Pandemie, bei den Mädchen fallen die Häufigkeiten höher aus im Vergleich zu vor der Pandemie: 17 Prozent der 13-jährigen Jungen sowie 28 Prozent der gleichaltrigen Mädchen wiesen Übergewicht oder Adipositas auf. Unter den 15-Jährigen traft das auf 18 Prozent der Mädchen und 24 Prozent der Jungen zu. 34
  • Kinder aus Familien mit einem niedrigen Sozialstatus und einem niedrigen Einkommen sind besonders häufig von Übergewicht und Adipositas betroffen 20 29 35. Hierzu liegen Daten der KiGGS-Studien 29 35 sowie der KIDA-Studie 20 vor:  
    • Für die Altersgruppe der 3- bis 17-Jährigen zeigt sich ein sozialer Gradient in der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas: Mit 24,2 Prozent (Jungen) bis 27,0 Prozent (Mädchen) wiesen 3- bis 17-Jährige mit niedrigem Sozialstatus häufiger Übergewicht (einschließlich Adipositas) auf im Vergleich zu Gleichaltrigen mit einem hohen Sozialstatus (6,5 Prozent bei Mädchen; 8,9 Prozent bei Jungen).29
    • Ergebnisse der KIDA-Studie (Erhebung 2022-2023) zeigen weiterhin, dass 3- bis 17-jährige Kinder von Eltern mit einem niedrigen Einkommen häufiger Adipositas aufwiesen. Die elternberichtete Adipositasprävalenz bei Kindern und Jugendlichen aus Familien mit einem niedrigen Einkommen war mindestens dreimal höher (16 Prozent) als bei Kindern aus Familien mit einem mittleren (5 Prozent) oder hohen Einkommen (1,9 Prozent).20

 

Psychische Gesundheit 

Psychische Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) beschreibt psychische Gesundheit als einen Zustand des psychischen Wohlbefindens, der es Menschen ermöglicht, mit den Belastungen des Lebens umzugehen, ihre Fähigkeiten zu entfalten, gut zu lernen und zu arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft zu leisten. Psychische Gesundheit hat einen intrinsischen und instrumentellen Wert und ist ein grundlegendes Menschenrecht. 36

  • Im Jahr 2024 zählten nach Angaben der COPSY-Studie 17 Prozent der 11- bis 22-Jährigen Kinder und Jugendlichen zu einer Risikogruppe für eine niedrig ausgeprägte psychische Gesundheit. Darunter zählen Kinder und Jugendliche von Eltern mit niedriger Bildung, eine psychische Belastung der Eltern, Vorliegen eines Migrationshintergrundes sowie eines beengten Wohnraums. 37 
     

Psychosomatische Beschwerden

Psychosomatische Beschwerden: Psychosomatische Beschwerden stellen eine wichtige Schnittstelle zwischen psychischen Belastungen und dem physischen Wohlbefinden dar.16 Sie äußern sich unter anderem in Symptomen wie Kopf- und Rückenschmerzen, Schlafprobleme oder Erschöpfung und können bei Kindern und Jugendliche Hinweise auf Überforderung, Stress oder das Vorliegen einer psychischen Erkrankung sein.16

  • Für die psychosomatische Beschwerdelast sind repräsentative Daten aus Sicht der 12- bis 18-Jährigen in Deutschland vorhanden, wie bspw. aus der HBSC-Studie 2022 (für 11-, 13- und 15-Jährige) 17 und dem Präventionsradar für das Schuljahr 2024/2025 (für 9- bis 17-Jährige).16
  • Bereits im Kindes- und Jugendalter sind psychosomatische Beschwerden weit verbreitet. In der HBSC-Studie 2022 berichteten 33 Prozent der 13-Jährigen und 52 Prozent der 15-Jährigen von mindestens zwei häufig auftretenden Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen, Schlafproblemen oder Gereiztheit.17
  • Die häufigsten psychosomatischen Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 17 Jahren sind Schlafprobleme und Erschöpfung. Im Präventionsradar 2024/2025 berichteten 37,4 bis 46,8 Prozent der 9- bis 17-Jährigen mindestens wöchentlich über Schlafprobleme, während 57,3 bis 74,1 Prozent regelmäßige Erschöpfung angeben.16 Weiterhin geben nach Angaben des Präventionsradars 37 Prozent der 9- bis 13-Jährigen wöchentliche Schlafprobleme an, bei den 14- bis 17-Jährigen sind es 47 Prozent. Auch regelmäßige Erschöpfung wird mit zunehmendem Alter häufig berichtet: 57 Prozent der 9- bis 13-Jährigen, aber 74 Prozent der 14- bis 17-Jährigen sind betroffen.16
  • Die auftretenden Beschwerden stiegen mit dem Alter deutlich an: 15-Jährige zeigen ein um 2,2-fach erhöhtes Risiko und 13-Jährige ein um 1,6-fach erhöhtes Risiko multiple psychosomatische Beschwerden aufzuweisen im Vergleich zu 11-Jährigen. 17
  • Mädchen im Alter von 9 bis 17 Jahren wiesen häufiger mehrmals pro Woche psychosomatische Beschwerden auf, wie Schlafprobleme (36,5 Prozent vs. 23,4 Prozent bei gleichaltrigen Jungen) und Erschöpfung (52,7 Prozent vs. 38,8 Prozent bei gleichaltrigen Jungen). 16
  • Auch ein bestehender Migrationshintergrund ist mit einem erhöhten Risiko bei Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren erhöht, multiple psychosomatische Beschwerden aufzuweisen im Vergleich zu keinem Migrationshintergrund (einseitiger Migrationshintergrund: 1,2-fach erhöhtes Risiko; beidseitiger Migrationshintergrund: 1,2-fach erhöhtes Risiko). 17
  • Kinder und Jugendliche (9 bis 17 Jahre) mit einem niedrigen Sozialstatus1 wiesen häufiger die am häufigsten berichteten psychosomatischen Beschwerden Schlafprobleme (43,2 Prozent vs. 29,2 Prozent bei Kindern und Jugendlichen mit mittlerem und hohen Sozialstatus) sowie Erschöpfung auf (57,2 Prozent vs. 45,6 Prozent bei Kindern und Jugendlichen mit mittlerem und hohen Sozialstatus). 16

 

Psychische Auffälligkeiten

Psychische Auffälligkeiten: Psychische Auffälligkeiten bei Kindern liegen vor, wenn Verhalten oder emotionales Erleben deutlich vom altersgerechten Entwicklungsstand sowie von gesellschaftlichen Erwartungen abweichen. 38  In der KiGGS-Studie (Welle 2, 2014-2017) werden psychische Auffälligkeiten als Probleme in einem oder mehreren der folgenden Bereiche definiert: emotionale Probleme, Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen, Verhaltensprobleme sowie Hyperaktivität bzw. Unaufmerksamkeit.39

  • Daten des Schulbarometers 2024 zeigen, dass 21 Prozent der 8- bis 17-Jährigen psychische Auffälligkeiten aufweisen.40 Ergebnisse der COPSY-Studie (2020-2024) weisen psychische Auffälligkeiten insbesondere bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 13 Jahren (2024: 15 Prozent) im Vergleich zu 14- bis 17-Jährigen (14 Prozent) oder 18- bis 22-Jährigen (10 Prozent) an 37 nach.
  • Ergebnisse der COPSY-Studie (Längsschnittstudie 2020-2024) zeigen Unterschiede im Auftreten von psychischen Auffälligkeiten zwischen den Geschlechtern auf, und zwar zu Ungunsten der Jungen (10 bis 21 Prozent zwischen 2014 und 2023) im Vergleich zu Mädchen (10 bis 17 Prozent).37 Die KiGGS-Studie (Welle 2, 2014-2017) bestätigt, dass bei Jungen häufiger externalisierte Auffälligkeiten (z. B. Aggressivität und Unaufmerksamkeit) auftraten als bei Mädchen. Mädchen berichteten dagegen häufiger internalisierte Auffälligkeiten (z. B. Depression und Angst). Für Mädchen stellt der Übergang vom Grundschulalter (9 bis 11 Jahre) zum Ende der Jugendzeit (15 bis 17 Jahre) eine sensible Lebensphase dar. In dieser Zeit bleiben die Häufigkeiten an emotionalen und verhaltensbezogenen Problemen häufiger bestehen als bei Jungen.38
  • Psychische Auffälligkeiten treten eher bei jüngeren Jugendlichen auf im Vergleich zu Älteren. 14- bis 17-Jährige weisen ein um den Faktor 0,8 reduziertes Risiko für psychische Auffälligkeiten auf im Vergleich zu 11- bis 13-Jährigen.37
  • Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, chronischen Erkrankungen oder sonderpädagogischem Förderbedarf sind deutlich häufiger psychisch belastet.40 41 Studienübergreifend zeigt sich ein konsistentes Muster erhöhter psychischer Auffälligkeiten: 3- bis 17-Jährige mit einer Beeinträchtigung wiesen ein 5-fach erhöhtes Risiko für psychische Auffälligkeiten auf im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Beeinträchtigung.41 Auch spezifische Auffälligkeiten wie emotionale Probleme, Beziehungsprobleme mit Gleichaltrigen (z. B. lieber allein zu sein als mit Gleichaltrigen, sich lieber mit sich selbst beschäftigen) oder Unaufmerksamkeit/Hyperaktivität traten deutlich häufiger bei Kindern und Jugendlichen mit chronischer Erkrankung oder Behinderung auf (Odds Ratios zwischen 3,95 und 4,61).40 41
  • Psychische Auffälligkeiten traten deutlich häufiger bei Kindern und Jugendlichen (im Alter zwischen 3 und 17 Jahren) von Eltern mit einem niedrigen sozioökonomischen Status (SES) auf (26 Prozent) als bei Kindern und Jugendlichen von Eltern mit mittlerem SES (16,1 Prozent) oder hohem SES (9,7 Prozent). 39
  • Kinder und Jugendliche (im Alter von 8 bis 17 Jahren) in Familien, in denen sich die Eltern „oft“ oder „sehr oft“ finanzielle Sorgen machten, zeigten überdurchschnittlich oft psychische Auffälligkeiten (18 Prozent) oder liegen im Grenzbereich (15 Prozent). 40
  • Neben den psychischen Auffälligkeiten werden auch depressive Symptome als Indikator der psychischen Gesundheit für Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren relevant 37: 
    • Die COPSY-Studie (2020-2024) zeigt, dass depressive Symptome Ende 2020 bis Anfang 2022 am häufigsten bei Jugendlichen im Alter von 14-17 Jahren auftraten (24 bis 28 Prozent) im Vergleich zu 11- bis 13-Jährigen (17 bis 21 Prozent) und 18- bis 22-Jährigen (14 bis 22 Prozent). Ende 2024 gaben 18- bis 22-Jährige mit 16 Prozent allerdings am häufigsten depressive Symptome an im Vergleich zu 14- bis 17-Jährigen (14 Prozent) und 11- bis 13-Jährigen (9 Prozent).37
    • Mädchen berichteten nach Angaben der COPSY-Studie (Stand Oktober 2024) häufiger über depressive Symptome (16 Prozent) im Vergleich zu Jungen (10 Prozent).37

Einsamkeit: Einsamkeit wird als subjektiv wahrgenommene Erfahrung erachtet, die in qualitativ oder quantitativ mangelhaften sozialen Beziehungen begründet ist. Dabei wird eine aversive Diskrepanz zwischen vorhandenen und gewünschten Beziehungen erlebt. Eine objektive Isolation muss nicht vorliegen, um Einsamkeit zu empfinden.42 43 Einsamkeit kann differenziert werden in soziale Einsamkeit (empfundener Mangel an sozialen Netzwerken), emotionale Einsamkeit (empfundener Mangel an intimen Beziehungen).43 44

  • Einsamkeit ist im Jugendalter weit verbreitet: Während in der HBSC-Studie 2022 zwischen 9 und 15 Prozent der 13-Jährigen sowie 15 bis 24 Prozent der 15-Jährigen von Einsamkeit berichteten, gaben im Präventionsradar 2024/2025 bereits 34 Prozent der 14- bis 17-Jährigen ein moderates bis stark ausgeprägtes Einsamkeitserleben an. 16 43
  • Auch zeigen sich soziale Ungleichheiten in der Wahrnehmung von Einsamkeit 16 45: 
    • Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahre mit einem geringen SES weisen häufiger Einsamkeit auf, als Gleichaltrige mit einem hohen SES:  16 Prozent der 11- bis 15-Jährige mit niedrigem SES wiesen Einsamkeit auf, im Vergleich zu 7,8 Prozent jener, mit hohem SES.43 Auch 14- bis 17-Jährigen mit niedrigem subjektiven Sozialstatus1 berichteten deutlich häufiger ein erhöhtes Einsamkeitserleben (Mädchen: 57,0 Prozent; Jungen: 38,0 Prozent) als Gleichaltrige mit hohem subjektiven Sozialstatus (Mädchen: 39,0 Prozent; Jungen: 22,0 Prozent.16
    • Am häufigsten von Einsamkeit betroffen waren 9- bis 13-jährige Mädchen mit niedrigem subjektivem Sozialstatus (60 Prozent) und 14- bis 17-jährige Mädchen mit niedrigem Sozialstatus (57 Prozent) im Vergleich zu u. a. Jungen (9 bis 13 Jahre) mit hohem Sozialstatus (22 Prozent) oder Jungen (14 bis 17 Jahre) mit hohem Sozialstatus (22 Prozent). 16

 

Allergien

  • Die KiGGS-Studie (Welle 2, 2014-2017) berichtet repräsentative Studienergebnisse für die allergischen Erkrankungen Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Neurodermitis und das allergisches Kontaktekzem bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren in Deutschland. 46 8,4 Prozent der 11- bis 13-Jährigen haben Asthma, 15,6 Prozent Heuschnupfen, 12,7 Prozent Neurodermitis und 3,4 Prozent ein allergisches Kontaktekzem. 46
  • Die Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen weist etwas häufiger Allergien auf. Bei 9,5 Prozent der 14- bis 17-Jährigen lag 2014-2017 Asthma vor, bei 19,1 Prozent Heuschnupfen, bei 1,7 Prozent Neurodermitis und bei 3,4 Prozent allergisches Kontaktekzem. 46

 

 

Mortalität: Der Begriff Mortalität bezieht sich auf die Häufigkeit von Todesfällen in einer Population (Bevölkerungsgruppe) in einem bestimmten Zeitraum. 25

  • Im Jahr 2024 sind in Deutschland 875 Kinder zwischen 12 und 18 Jahren gestorben.47 Bezogen auf die 12- bis 18-jährige Bevölkerung im Jahr 2024 (5.458.879 Jugendliche) entspricht dies einer Sterberate von 16,03 Todesfällen je 100.000 Kindern bzw. einem Anteil von 0,016 Prozent der 12- bis 18-Jährigen. 
  • Als häufigste Todesursache sind in Deutschland, trotz rückläufigen Trends, Unfallverletzungen 48, wie Verkehrsunfälle (0,7 Todesfälle pro 100 000 Einwohnern bei 5- bis 14-Jährigen) oder Heim- und Freizeitunfälle (0,6 Todesfälle pro 100.000 Einwohnern bei 5- bis 14-Jährigen) zu nennen.49 Bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahre sind Unfälle im Straßenverkehr am häufigsten. Als zweithäufigste Todesursache bei 15- bis 17-Jährigen steht die tödliche Selbstverletzung. 49

Gesundheitskompetenz: Gesundheitskompetenz (GK) wird als die Fähigkeit, das Wissen und die Motivation definiert, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden. 50 51

  • Nur ein kleiner Anteil der Jugendlichen verfügt über eine hohe Gesundheitskompetenz: Die repräsentative HBSC-Erhebung sowie der Präventionsradar (Schuljahr 2024/2025) zeigen, dass 14,2 bis 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 9 und 17 Jahren eine hohe Gesundheitskompetenz aufwiesen, während die Mehrheit eine moderate oder geringe Gesundheitskompetenz aufzeigen (84 bis 85,8 Prozent). 16 52
  • Unterschiede in der selbstberichteten Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen zeigen sich auch zwischen den Geschlechtern und entlang des Alters:
    • Gender-diverse Kinder und Jugendliche gaben am häufigsten eine geringe oder moderate Gesundheitskompetenz an (91,2 Prozent) im Vergleich zu Mädchen (83,6 bis 86,9 Prozent) und Jungen (84,2 bis 84,4 Prozent). 16 52
    • Jüngere Jugendliche (11-Jährige) berichteten häufiger eine geringe Gesundheitskompetenz (27 Prozent) im Vergleich zu 13-Jährigen (24,9 Prozent) und 15-Jährigen (21,8 Prozent) an. 52
  • Zudem ist ein deutlicher sozialer Gradient in der selbstberichteten Gesundheitskompetenz bei 12-18-Jährigen, unabhängig der Studienbasis, erkennbar 8 14:
    • So geben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums im Alter von 9 bis 17 Jahren mit 18,9 bis 20,1 Prozent häufiger eine hohe Gesundheitskompetenz als Gleichaltrige anderer Schulformen (11,8 bis 13,7 Prozent) an. 16 52
    • Kinder und Jugendliche (9 bis 17 Jahre) mit niedrigerem subjektiven Sozialstatus1 berichteten häufiger eine niedrige Gesundheitskompetenz (11,9 Prozent) als jene mit mittlerem oder hohem subjektiven Sozialstatus (16,2 Prozent).16 Kinder und Jugendliche mit einem geringen familiären Wohlstand2 wiesen ebenfalls häufiger eine niedrige Gesundheitskompetenz auf (11,5 Prozent) als jene mit einem hohen familiären Wohlstand (19,1 Prozent).52

Erste Befunde aus einer Befragung in Leichter Sprache aus dem Jahr 2024 zur Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen in Förderschulen in Hessen und Nordrhein-Westfalen deuten darauf hin, dass Kinder und Jugendliche (11 bis 17 Jahre) mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu 50,7 Prozent eine geringe selbstberichtete Gesundheitskompetenz angaben. 53

 

  • Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren können die Jugendgesundheitsuntersuchungen J1 (12 bis 14 Jahre) und J2 (16 bis 17 Jahre) in Anspruch nehmen. 54
  • Die Jugenduntersuchung 1 (J1) ist eine gesetzlich verankerte Vorsorgeuntersuchung und wird als kassenärztliche Leistung angeboten. Nach Auswertungen des Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Vereinigung in Deutschland nehmen zwischen 46,6 Prozent und 48,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren die J1-Untersuchung wahr.55
  • Die Jugenduntersuchung 2 (J2) wird als zusätzliches Vorsorgeangebot je nach Krankenkasse als freiwillige Zusatzleistung angeboten. 54  Zur Inanspruchnahme liegen keine aktuellen und bundesweiten Daten vor. 

  • Für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren umfasst der in Deutschland gültige Impfkalender 2026 der Ständigen Impfkommission (STIKO) vor allem Auffrischimpfungen des bereits im frühen Kindesalter aufgebauten Impfschutzes, insbesondere gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis sowie Poliomyelitis. Außerdem wird eine Grundimmunisierung gegen Humane Papillomviren (HPV) und Meningokokken ACWY empfohlen. 57
  • Bundesweite Daten zur Auffrischimpfung bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter sind begrenzt verfügbar. Auf Basis der KiGGS-Studie (Welle 2: 2014-2017) zeigt sich, dass unter den 11- bis 13-Jährigen bzw. bei den 14- bis 17-Jährigen 88,8 bzw. 91 Prozent eine Auffrischungsimpfung gegen Tetanus, 88,0 bzw. 90,5 Prozent gegen Diphterie und 84,8 bzw. 77,1 Prozent gegen Pertussis nachweisen konnten. Präventiv gegen HPV haben sich im zwischen 2014 und 2017 5,8 Prozent der 11- bis 13-jährigen Mädchen, sowie 38,6 Prozent der 14- bis 17-jährigen Mädchen impfen lassen. 58
  • Die KiGGS-Studie berichtet, dass über 96 Prozent der 3- bis 17-jährigen mindestens eine Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) erhalten haben. Zudem liegt die Quote für die zweite MMR-Impfung gegen Masern insgesamt bei 93,6 Prozent. 58

  • Die KiGGS-Studie (Welle 2, 2014-2017) legt repräsentative Studienergebnisse zur Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 17 Jahren vor. Von den befragten Jugendlichen im Alter von 11 bis 13 Jahre erreichten 23 Prozent nicht die empfohlene Zahnputzhäufigkeit von zweimal Zähneputzen am Tag. Bei 14- bis 17-Jährigen sind es 26,8 Prozent, die nicht die empfohlene Zahnputzhäufigkeit erreichten.59
  • Insbesondere Jungen zwischen 0 und 17 Jahren (25,5 Prozent; Mädchen: 19,0 Prozent), Jugendliche mit zunehmendem Alter (14-17 Jahre: 26,8 Prozent; 11-13 Jahre: 23,0 Prozent) und Jugendliche mit beidseitigem (35 Prozent) oder einseitigem (26,8 Prozent) Migrationshintergrund (vs. kein Migrationshintergrund: 18,7 Prozent) erreichten die empfohlene Zahnputzhäufigkeit häufiger nicht. 59
  • Weiterhin zeigen sich soziale Ungleichheiten in der empfohlenen Zahnputzhäufigkeit: Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen SES (34,3 Prozent; hoher SES: 14,0 Prozent) erreichten die empfohlene Zahnputzhäufigkeit häufiger nicht im Vergleich zu Gleichaltrigen mit hohem SES.59
  • Was die empfohlene Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen anbelangt, verdeutlichen Ergebnisse der KiGGS-Studie (Welle 2, 2014-2017), dass 17,2 Prozent der 11- bis 13-Jährigen nicht die empfohlene Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen von zweimal im Jahr erreichten. Bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren waren es 26,2 Prozent, die nicht die empfohlene Anzahl zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen.59
  • Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung und Behinderung (Alter 3-17 Jahre) berichteten häufiger Zahnschmerzen (23,5 Prozent) als Gleichaltrige ohne Behinderung (15,9 Prozent). Vermittelt wird dieser Zusammenhang vor allem durch eine zu geringe Zahnputzfrequenz und einen niedrigen SES.60
  • Ein niedriger SES bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 und 17 Jahren geht mit einem erhöhten Risiko für berichtete Zahnschmerzen (in den letzten drei Monaten ab Erhebungszeitpunkt) einher.60 Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem SES haben ein 1,5-fach höheres Risiko einmalig oder wiederholt Zahnschmerzen zu haben im Vergleich zu Gleichaltrigen mit hohem SES.60

 

  • Die empfohlene Schlafdauer liegt für 13- bis 18-Jährige bei 8 bis 10 Stunden täglich. 61 62
  • Die KiGGS-Studie (Welle 2, 2014-2017) zeigt, dass Mädchen und Jungen zwischen 13 und 17 Jahren in Deutschland im Durchschnitt etwa 8 Stunden pro Nacht schlafen. Es zeigt sich jedoch, dass lediglich 60 Prozent die Schlafempfehlung erreichen.63
  • Auswertungen des Präventionsradars im Schuljahr 2024/2025 zeigen, dass 14- bis 17-Jährige zu 12,7 Prozent wöchentlich und 34,1 Prozent mehrmals pro Woche von Schlafproblemen berichten.16

 

 

Gesundheitsverhalten der 12- bis 18-Jährigen mit Schwerpunkt Bewegung

Gesundheitsverhalten: „Als Gesundheitsverhalten werden Handlungen von gesunden Menschen bezeichnet, die das Risiko von Erkrankungen nachweislich senken oder die Chance für den Erhalt der Gesundheit erhöhen“.64

 

  • Bewegung stellt einen wesentlichen Bestandteil für ein gesundes Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen dar.65

Bewegungsempfehlungen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Kindern zwischen 5 und 17 Jahren über die Woche hinweg eine durchschnittliche Bewegungszeit von mindestens 60 Minuten am Tag, mit einer moderaten bis hohen Intensität, die insbesondere die Ausdauer fördern. Zusätzlich sollen an mindestens drei Tagen pro Woche Aktivitäten mit einer höheren Intensität ausgeübt werden, welche die Ausdauer, aber auch die Muskeln und die Knochen stärken. 66 Die nationalen Bewegungsempfehlungen in Deutschland raten Kindern und Jugendlichen im Alter von 12-18 Jahren zu einer täglichen Bewegungszeit von 90 Minuten pro Tag, bei moderater bis hoher Intensität. Davon können 60 Minuten auch alltägliche körperliche Aktivität, wie das Gehen, sein. 67

  • Die MoMo-Studie legt repräsentative Ergebnisse für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren vor: Im Februar 2023 erreichten nur 12,7 bis 17,3 Prozent der Jugendlichen unter 18 Jahren die nach der WHO empfohlene Bewegungszeit von 90 Minuten pro Tag. 68
  • Es zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede im Bewegungsverhalten zu Ungunsten der Mädchen. Jungen bewegten sich durchschnittlich häufiger als gleichaltrige Mädchen. Diese Entwicklungen sind bereits ab dem 6. Lebensjahr beobachtbar und verstärken sich im Jugendalter. 69 Weniger Mädchen (11 bis13 Jahre: 17,8 Prozent; 14 bis 17 Jahre: 7,4 Prozent) als Jungen (10 bis 13 Jahre: 28,7; 14 bis 17 Jahre: 16,5 Prozent) erreichten die Bewegungsempfehlungen der WHO.70 Bei 13-Jährigen erreichen sie 10,5 Prozent der Mädchen im Vergleich zu Jungen (17,8 Prozent). Bei den 15-Jährigen waren es 7,4 Prozent der Mädchen und 18,1 Prozent der Jungen. 71
  • Im Einhalten der WHO-Bewegungsempfehlungen von 90 Minuten pro Tag sind soziale Ungleichheiten sichtbar. Die MoMo-Studie deutet in ihren Post-Covid Ergebnissen von 2023 darauf hin, dass Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren mit niedrigem SES im Gegensatz zu einem hohen SES seltener die WHO-Empfehlung einhalten (5,6 Prozent vs. 18,0 Prozent) und weniger Freizeitsport treiben (4,9 Min/Tag vs. 9,5 Min/Tag).68

Körperliche Aktivität: Körperliche Aktivität ist ein Oberbegriff und bezieht sich auf „jede körperliche Bewegung, die durch die Skelettmuskulatur produziert wird und den Energieverbrauch über den Grundumsatz anhebt“. 72 Zu alltäglicher körperlichen Aktivität (Alltagsbewegung) gehört körperliche Aktivität im Rahmen der Hausarbeit oder der Mobilität (z. B. Radfahren, Gehen). 72 Zu sportlicher Aktivität gehört insbesondere der Spaß an der Bewegung, körperliche Leistung und Wettkampf, darunter z. B. das Schwimmen, Fußballspielen und Turnen. Sportliche Aktivität kann in Sportvereinen (organisierter Sport) und außerhalb von Sportvereinen (unorganisierter Sport) stattfinden. 69 73

  • In Deutschland zeigen Kinder und Jugendliche nur ein moderates Maß an Alltagsbewegung. Etwa ein Fünftel der 11- bis 17-Jährigen nutzte aktive Wege zur Schule – 19 Prozent gehen zu Fuß, 23 Prozent fahren mit dem Fahrrad. Nur rund 18 Prozent nehmen regelmäßig an organisiertem Sport teil. 69
  • Die körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren zeigt Unterschiede nach Geschlecht und Alter 69 70: 
    • Mädchen bewegten sich im Durchschnitt weniger als Jungen. Sie kommen auf etwa 35,9 bis 41,9 Minuten moderate bis anstrengende körperliche Aktivität pro Tag, Jungen auf 43 bis 51,2 Minuten. Mädchen nahmen seltener am organisierten Sport teil, hatten jedoch häufiger einen aktiven Schulweg (zu Fuß) als Jungen. 69 70
    • Mit zunehmendem Alter nimmt die (moderat bis anstrengende) körperliche Aktivität ab. Jüngere Jugendliche (11 bis 13 Jahre) wiesen ein höheres Aktivitätsniveau auf als ältere Jugendliche (14 bis 17 Jahre), insbesondere bei Mädchen (MoMo-Studie 2019: Mädchen von 11-13 Jahren: 41,9 Minuten/Tag vs. Jungen von 11-13 Jahren: 51,2 Minuten/Tag; Mädchen von 14-17 Jahren: 35,9 Minuten/Tag vs. Jungen von 14-17 Jahren: 43 Minuten/Tag). 70
  • Weiterhin werden soziale Ungleichheiten in der körperlichen Aktivität der Kinder und Jugendlichen deutlich: Jugendliche aus Familien mit höherem SES treiben häufiger regelmäßig Sport – insbesondere im Verein. Jungen und Mädchen mit einem niedrigen SES trieben zu 35,5 bis 58,8 Prozent weniger Vereinssport, als Jugendliche mit einem hohen SES. 69

Medienempfehlungen: Nationale und internationale Empfehlungen zur Medienzeit und -nutzung bei 12-18-Jährigen geben folgende Empfehlungen: Für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren wird eine tägliche Medienzeit von maximal 120 Minuten (d. h. max. zwei Stunden) empfohlen. Zu den berücksichtigten Medien zählen Fernseher, Spielekonsolen, Tablets und Smartphones. Die schulische Mediennutzung ist dabei ausgenommen 30 61 66 75 Eltern wird geraten, zu beobachten und kritisch zu prüfen, welche Inhalte und welche Medienzeit ihren Kindern guttut. Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren sollten das Internet nur eingeschränkt und unter Aufsicht zur Verfügung stehen 61 76.Bildschirmmedien sollten nicht zur Belohnung, Bestrafung oder Beruhigung eingesetzte werden. Während des Essens, insbesondere der gemeinsamen Mahlzeiten, sollten keine Bildschirmmedien genutzt werden und bei der Nutzung von Bildschirmmedien.75

  • (Digitale) Medien werden im Alter von 12-18 Jahren überwiegend eigenständig und häufig ohne Kenntnis der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten genutzt. 77
  • Für die Altersgruppe der 12-18-Jährigen stehen repräsentativen Daten der „JIM – Jugend, Information, Medien“-Studie in Deutschland zur Verfügung.78
  • Ergebnisse der „JIM – Jugend, Information, Medien“-Studie verdeutlichen, dass fast alle deutschen Haushalte, in denen Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren aufwachsen, mit digitalen Geräten wie Smartphones, Laptops oder Fernsehgeräten ausgestattet sind. Ein eigenes Smartphone besaßen 95 Prozent der Jugendlichen in diesem Alter. 78
  • Die durchschnittliche Bildschirmzeit bei 12- bis 19-Jährigen beträgt 231 Minuten (knapp 4 Stunden) pro Tag. Dabei sind die 12- bis 13-Jährigen durchschnittlich 166 Minuten pro Tag am Smartphone; bei 14- bis 15-Jährige sind es 217 Minuten; bei 16- bis 17-Jährigen 249 Minuten pro Tag und bei 18- bis 19-Jährigen 278 Minuten pro Tag. 78
  • Die Dauer der Bildschirmzeit hat Auswirkungen auf den (Schul-)Alltag: 69 Prozent der Jugendlichen verbrachten mehr Zeit am Handy als sie möchten und 29 Prozent gaben an, morgens müde zu sein, weil sie nachts Zeit am Handy verbringen. 78
  • Am wichtigsten empfinden die Jugendlichen Messengerdienste (z. B. Whatsapp wurde von 84 Prozent der Befragten genannt), gefolgt von Social Media bzw. Sozialen Medien (z. B. Instagram: 33 Prozent; Snapchat: 24 Prozent). 78

  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft das Konzept der Optimierten Mischkost (OMK) als besonders richtungsgebend für die Erstellung lebensmittelbasierter Ernährungsempfehlung (Food-Based Dietary Guidelines) für Kinder ein.79

Das Konzept der Optimierten Mischkost (OMK) wurde in den 1990er vom Forschungsinstitut für Kinderernährung erarbeitet und im Jahr 2017 überarbeitet. Das Konzept stellt sicher, dass der Energie- und Nährstoffbedarf von Kindern und Jugendlichen durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung gedeckt wird. Die OMK legt einen besonderen Fokus aus einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel (36 Prozent der täglichen Gesamtzufuhr), einen maßvollen Konsum tierischer Produkte (22 Prozent der täglichen Gesamtzufuhr) und einen sparsamen Umgang mit geduldeten Lebensmitteln wie Süßigkeiten (maximal 10 Energieprozent). 79

  • Die „Ernährungsstudie als KiGGS-Modul“ (EsKiMo II, Welle 2, 2015-2017; 6- bis 17-Jährige) 80 legt repräsentative Ergebnisse zum Ernährungsverhalten der Kinder dar: Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren verzehrten nach den Empfehlungen der OMK weniger als die Hälfte der empfohlenen Menge pflanzlicher Lebensmittel, wie – je nach Alter – 210 bis 410 Gramm Obst pro Tag (Mädchen: 60 Prozent; Jungen: 79 Prozent) und – je nach Alter – 230 bis 440 Gramm Gemüse pro Tag (Mädchen: 49 Prozent; Jungen: 65 Prozent). 80
  • Zudem erreichten die Mädchen und Jungen dieser Altersgruppe auch die Empfehlungen für kohlenhydratreiche Lebensmittel nicht vollständig: Mit 63 Prozent bis 69 Prozent liegt ein großer Anteil der Jugendlichen zwischen 50,0 Prozent und unter 100 Prozent der empfohlenen Kohlenhydrate-Zufuhr von 340-490 Gramm pro Tag. 80
  • Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren konsumierten deutlich zu viel der sog. „geduldeten Lebensmittel“, wie Süßigkeiten, Limonaden und Knabbereien, die maximal 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr ausmachen sollten: 55 Prozent der Mädchen und 63 Prozent der Jungen überschritten diese OMK-Empfehlung mindestens um das 1,5-fache. 80
  • Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren nahmen deutlich weniger an gemeinsam Familienmahlzeiten teil als Kinder zwischen 6 bis 11 Jahren 80: Weniger als die Hälfte der Jugendlichen frühstücken mit ihrer Familie (45,7 Prozent, im Vergleich zu 66,8 Prozent bei 6- bis 11-Jährigen). 
  • Die gemeinsamen Mahlzeiten nehmen in den Abendstunden zu: Während 60,2 Prozent der Jugendlichen mit der Familie ein gemeinsames Mittagessen (im Vergleich zu 56,1 Prozent bei 6- bis 11-Jährigen) einnahmen, waren es 79 Prozent der Jugendlichen, die mit der Familie ein gemeinsames Abendessen (im Vergleich zu 94,9 Prozent der 6- bis 11-Jährigen) berichten. 80
  • Die Häufigkeit gemeinsamer Mahlzeiten weist einen sozialen Gradienten entlang des SES auf: In Familien mit hohem SES frühstückten die 6- bis 17-Jährigen häufiger gemeinsam (72,9 Prozent) und aßen zu Abend (92,9 Prozent) im Vergleich zu Familien mit niedrigerem SES (Frühstück: 40,4 Prozent; Abendessen: 80,1 Prozent). 80
  • Mit 88,5 Prozent hatten die meisten Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren in der Schule Zugang zu einer warmen Mittagsmahlzeit. 80 Etwa ein Drittel (32 Prozent) der Jugendlichen nutzten dieses Angebot, 13,1 Prozent der Jugendlichen nutzten dieses Angebot mindestens dreimal pro Woche.80
  • Das Ernährungsverhalten der Eltern wirkt sich entscheidend auch darauf aus, wie sich Kinder und Jugendliche ernähren.79

 

[ 1 ]

Statistisches Bundesamt (2025a). Bevölkerung: Deutschland, Stichtag, Altersjahre. Statistisches Bundesamt. https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/url/e17cd39f

[ 1 ] Statistisches Bundesamt (2025a). Bevölkerung: Deutschland, Stichtag, Altersjahre. Statistisches Bundesamt.

[ 2 ]

Statistisches Bundesamt (2025b). Bevölkerung: Deutschland, Stichtag, Altersjahre, Nationalität, Geschlecht/Familienstand. Statistisches Bundesamt. https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/url/c786cee4

[ 2 ] Statistisches Bundesamt (2025b). Bevölkerung: Deutschland, Stichtag, Altersjahre, Nationalität, Geschlecht/Familienstand. Statistisches Bundesamt.

[ 3 ]

Statistisches Bundesamt (2025c). Ausländer: Deutschland, Stichtag, Geschlecht, Altersjahre, Ländergruppierungen/Staatsangehörigkeit: Code: 12521-0003. Statistisches Bundesamt. https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/url/161ada6f

[ 3 ] Statistisches Bundesamt (2025c). Ausländer: Deutschland, Stichtag, Geschlecht, Altersjahre, Ländergruppierungen/Staatsangehörigkeit: Code: 12521-0003. Statistisches Bundesamt.

[ 4 ]

Weishaupt, H. (2023). Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache in Kindergärten und Schulen. https://doi.org/10.25656/01:27104

[ 4 ] Weishaupt, H. (2023). Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache in Kindergärten und Schulen.

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[ 5 ] Statistisches Bundesamt (2026a). Bevölkerung ab 15 Jahren in Hauptwohnsitzhaushalten: Deutschland, Jahre, Geschlecht, Altersgruppen, Allgemeine Schulausbildung: Code: 12211-0100. Statistisches Bundesamt.

[ 6 ]

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[ 6 ] Statistisches Bundesamt (2026b). Bevölkerung ab 15 Jahren in Hauptwohnsitzhaushalten: Deutschland, Jahre, Geschlecht, Altersgruppen, Bildungsstatus: Code: 12211-0102. Statistisches Bundesamt.

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[ 7 ] Geis-Thöne, W. (2024). IW-Trends: Aufwachsen in bildungsfernen Familien: Ergebnisse des Mikrozensus zu Häufigkeit und Folgen.

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[ 8 ] Rathmann, K. (2025). Bildungsarmut und Gesundheit. In G. Quenzel, K. Hurrelmann, J. Groß Ophoff, & C. Weber (Hrsg.), Handbuch Bildungsarmut (S. 1–33). Springer Fachmedien Wiesbaden.

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[ 9 ] Statistisches Bundesamt (2024). Statistischer Bericht – Mikrozensus – Haushalte und Familien – Erstergebnisse 2024: Kinder unter 18 Jahren in Familien im Jahr 2023 nach ausgewählten Merkmalen und Familienform: Tabelle 12211-52. Statistisches Bundesamt.

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[ 10 ] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend & Frauen und Jugend (2024). Familienreport 2024. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

[ 11 ] Statistisches Bundesamt (2025d). Europa: Definition Armutsgefährdungsquote.

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[ 12 ] Statistisches Bundesamt (2025e). Gut jedes siebte Kind armutsgefährdet: Pressemitteilung Nr. N065 vom 17. November 2025 [Pressemitteilung].

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[ 13 ] Rathmann, K., Bründel, H. & Hurrelmann, K. (2024a). Das Problem der Kinderarmut. In K. Rathmann, H. Bründel & K. Hurrelmann (Hrsg.), Pädagogik. Kindheit heute: Entwicklungen und Herausforderungen (2. aktualisierte und vollständig überarbeitete Auflage, S. 228–244). Beltz.

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[ 14 ] Rathmann, K., Bründel, H. & Hurrelmann, K. (2024b). Wohlbefinden und Gesundheit. In K. Rathmann, H. Bründel & K. Hurrelmann (Hrsg.), Pädagogik. Kindheit heute: Entwicklungen und Herausforderungen (2. aktualisierte und vollständig überarbeitete Auflage, S. 245–278). Beltz.

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[ 15 ] Poethko-Müller, C., Kuntz, B., Lampert, T. & Neuhauser, H. (2018). Die allgemeine Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. Journal of Health Monitoring, 3(1), 8–15.

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[ 16 ] Hansen, J., Neumann, C. & Hanewinkel, R. (2025). Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Ausgewählte Ergebnisse des Präventionsradars 2024/2025.

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[ 17 ] Reiß, F., Behn, S., Erhart, M., Strelow, L., Kaman, A., Ottavá-Jordan, V., Bilz, L., Moor, I. & Ravens-Sieberer, U. (2024). Subjektive Gesundheit und psychosomatische Beschwerden von Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Ergebnisse der HBSC-Studie 2009/10–2022. Journal of Health Monitoring, 9(1), 7–24.

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[ 22 ] Moor, I., Herke, M., Markert, J., Böhm, M., Reiß, F., Bilz, L., Sudeck, G. & Winter, K. (2024). Die zeitliche Entwicklung gesundheitlicher Ungleichheit im Kindes- und Jugendalter in Deutschland: Ergebnisse der HBSC-Studie 2009/10–2022. Journal of Health Monitoring, 9(1), 86–107.

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[ 30 ] AWMF (2019). Evidenzbasierte (S3-) Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter. AWMF-Nr. 050-002 Version August 2019. AWMF.

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[ 32 ] Deutscher Bundestag (2019). Sachstand. Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Aktenzeichen: WD 9 - 3000 - 042/19. Abschluss der Arbeit: 10. Juli 2019. Fachbereich WD 9: Gesundheit, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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[ 37 ] Kaman, A., Erhart, M., Devine, J., Napp, A.-K., Reiß, F., Behn, S. & Ravens-Sieberer, U. (2025). Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Zeiten globaler Krisen: Ergebnisse der COPSY-Längsschnittstudie von 2020 bis 2024. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz, 68(6), 670–680.

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[ 40 ] Baumann, E., Greiner-Döchert, F., Rauschenbach, A.-L., Saalbach, H., Schmitz, J. & Sichma, A. (2024). Deutsches Schulbarometer: Befragung Schüler. Ergebnisse von 8- bis 17-Jährigen und ihren Erziehungsberechtigten zu Wohlbefinden, Unterrichtsqualität und Hilfesuchverhalten. Robert Bosch Stiftung

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[ 43 ] Schütz, R. & Bilz, L. (2023). Einsamkeit im Kindes- und Jugendalter. Zur Verbreitung eines Risikofaktors für die psychische Gesundheit unter 11- bis 15-jährigen deutschen Schülerinnen und Schülern. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz, 66(7), 794–802.

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[ 61 ] Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (2023). Bewegung, Medienkonsum und Schlaf: Wie viel Bewegung und Schlaf brauchen Kinder und Jugendliche pro Tag? Wie viel Bildschirmzeit ist okay? Die Richtwerte von Fachleuten geben eine gute Orientierung.

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[ 68 ] Schmidt, S. C. E., Burchartz, A., Niessner, C., Jekauc, D., Wäsche, H., Kolb, S., Weyland, S. & Woll, A. (2024). Die körperlich-sportliche Aktivität und Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland während und nach der COVID-19 Pandemie: Die MoMo-Studie. Karlsruher Institut für Technologie.

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[ 70 ] Woll, A., Worth, A. & Bös, K. (2019). MoMo. Neue Daten für Taten. Ergebnisse aus der Motorik-Modul-Längsschnittstudie (MoMo): Modul des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert Koch-Instituts (RKI). Karlsruher Institut für Technologie.

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[ 80 ] Mensink, G. B. M., Haftenberger, M., Barbosa, C. L., Brettschneider, A., Lehmann, F., Frank, M., Heide, K., Moosburger, R., Patelakis, E. & Perlitz, H. (2020). EsKiMo II – Die Ernährungsstudie als KiGGS-Modul: Forschungsbericht.

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