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Gerlach will pflegende Angehörige weiter entlasten

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach will pflegende Angehörige weiter entlasten. Gerlach betonte am Sonntag anlässlich des bevorstehenden „Tages der pflegenden Angehörigen“ am 8. September: „Viele Menschen möchten trotz Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Dieser Wunsch kann oft durch das Engagement von Angehörigen erfüllt werden. Die Belastung ist jedoch häufig sehr groß – Bayern hat deshalb vielfältige Unterstützungsangebote eingerichtet.“

Gerlach fügte hinzu: „In Bayern werden rund 83 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause betreut und versorgt. Um pflegende Angehörige zu entlasten, setzt sich Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerium zum Beispiel mit dem Förderprogramm ‚Pflege im sozialen Nahraum“ für den Ausbau von Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätzen ein. Seit Beginn des Programms im Jahr 2020 konnten in Bayern insgesamt bereits 10.471 Pflegeplätze – darunter Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätze – mit einer Summe von 486,6 Millionen Euro gefördert werden.“

Derzeit sind in Bayern rund 630.000 Menschen pflegebedürftig. Bis zum Jahr 2050 wird ihre Zahl voraussichtlich auf mindestens 980.000 steigen. Gerlach erläuterte: „Mit Blick auf die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen müssen wir heute die richtigen Weichen stellen und die Pflege vor Ort weiter stärken. Dazu gehört für mich, pflegende Angehörige zu unterstützen und ihnen Entlastung im Alltag zu ermöglichen.“

Die Ministerin ergänzte: „Wichtig ist mir zudem, dass pflegende Angehörige bei Fragen und Sorgen nicht alleingelassen werden. Wir fördern deshalb unter anderem Pflegestützpunkte. Bayernweit gibt es mittlerweile 59 davon. Diese beraten kostenlos zu allen Fragen rund um die Pflege und helfen dabei, passende Unterstützungsangebote vor Ort zu finden.“

Gerlach fügte hinzu: „Speziell für pflegende Angehörige gibt es seit 1998 in Bayern das deutschlandweit einzigartige und von uns geförderte Netz der rund 100 Fachstellen für pflegende Angehörige – und damit seit über 25 Jahren eine herausragende Unterstützung! Gerade in der Begleitung von Angehörigen von Demenzbetroffenen haben sich die Fachstellen als besonders wertvolle Anlaufstellen etabliert. Ergänzt wird die bestehende Beratungslandschaft in Bayern durch eine ‚Online-Demenzsprechstunde‘, die sich an pflegende Angehörige mit Beratungsbedarf richtet.“

Die Ministerin wies auch auf die niedrigschwelligen Hilfen im Alltag hin: „Zur Stärkung der häuslichen Pflege und Entlastung der pflegenden Angehörigen stehen rund 3.860 anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag zur Verfügung, wovon wir rund 660 Angebote fördern. Mittlerweile engagieren sich über 13.500 ehrenamtlich tätige Einzelpersonen, um beispielsweise pflegebedürftige Nachbarn und deren Familien zu unterstützen. Das ist großartig!“ Die Angebote reichen von Betreuungsangeboten über Alltagsbegleitung und haushaltsnahen Dienstleistungen bis hin zu Pflegebegleitung und Angehörigengruppen.

Mit Blick auf die aktuellen Reformvorhaben des Bundes unterstrich Gerlach: „Ein positiver Ansatz ist beispielsweise das Vorhaben, Pflegebedürftige und ihre Angehörige durch eine stärkere fachliche Begleitung zu unterstützen. Auch ist es wichtig, für unvorhergesehene Situationen bessere Überbrückungsmöglichkeiten zu schaffen. Gut ist zudem, dass der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann auf die bislang vorgesehenen Einsparungen bei den Rentenansprüchen für pflegende Angehörige verzichten will. Klar ist für mich: Diese versicherungsfremde Leistung muss über Steuermittel finanziert werden. Bayern hat sich intensiv für diese Korrektur an den Reformplänen der Bundesregierung eingesetzt.“

Zitiert nach einer Meldung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention vom 06.09.2026.

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