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Daten und Fakten

Das Infoblatt von Älter werden in Balance fasst aktuelle Daten und wichtige Erkenntnisse rund um die Gesundheit älterer Menschen zusammen. In einer übersichtlichen Darstellung finden Sie qualitätsgesicherte Fakten zu

Demographie und Lebenslagen

Alter und Geschlecht

55 bis unter 65 Jahre

  • Ende 2013 waren 13 Prozent (10,8 Millionen Menschen) der Gesamtbevölkerung 55 bis unter 65 Jahre alt.
  • Bis 2023 ist mit einem Anstieg an der Gesamtbevölkerung auf bis zu 17 Prozent zu rechnen.
  • Rund 40 Prozent, also zwei von fünf Menschen, werden 2023 in Deutschland 55 Jahre oder älter sein. [1]

65 Jahre und älter

  • In Deutschland lebten Ende 2013 rund 81 Millionen Menschen, davon waren 16,9 Millionen (21 Prozent) 65 Jahre oder älter.
  • Mit 57 Prozent gab es mehr ältere Frauen als Männer (43 Prozent).
  • Nach Italien war dies der zweithöchste Anteil älterer Menschen in der Europäischen Union. [2]

80 Jahre und älter

  • Das stärkste Wachstum wird in der Gruppe der 80-Jährigen und Älteren prognostiziert.
  • Im Jahr 2013 lebten 4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland, dies entsprach 5 Prozent der Gesamtbevölkerung.
  • Ihre Zahl wird sich bis 2060 auf 9 Millionen erhöhen, was 13 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen wird. [3]

Lebenserwartung

  • Die mittlere Lebenserwartung steigt weiter an. Für das Jahr 2060 wird für Männer eine durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt von 84,8 Jahren und für Frauen von 88,8 Jahren prognostiziert. [4]
  • Auch für ältere Menschen hat die Lebenserwartung weiter zugenommen. Die noch verbleibende Lebenserwartung beträgt bei heute 65-jährigen Männern 18 weitere Lebensjahre, bei gleichaltrigen Frauen sind es fast 21 weitere Lebensjahre. [5]

 

Literaturangaben:

[1] Bundesagentur für Arbeit, Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung (2015): Der Arbeitsmarkt in Deutschland-Ältere am Arbeitsmarkt, Nürnberg, S. 6. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Personengruppen/generische-Publikationen/Aeltere-amArbeitsmarkt-2014.pdf  [abgerufen am 3.8.2016]

[2] Statistisches Bundesamt (2015): Die Generation 65+ in Deutschland, S. 7. https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2015/generation65/Pressebroschuere_generation65.pdf?__blob=publicationFile [abgerufen am 3.8.2016]

[3] Statistisches Bundesamt (2015): Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 13. Koordinierte Bevölkerungsberechnung, Wiesbaden, S. 8. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/BevoelkeruDeutschland2060Presse5124204159004.pdf?__blob=publicationFile [abgerufen am 3.8.2016]

[4] Statistisches Bundesamt (2015): Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 13. Koordinierte Bevölkerungsberechnung, Wiesbaden, S. 10. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/BevoelkerungDeutschland2060Presse5124204159004.pdf?__blob=publicationFile [abgerufen am 3.8.2016]

[5] Statistisches Bundesamt (2015): Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 13. Koordinierte Bevölkerungsberechnung, Wiesbaden, S. 38. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/BevoelkerungDeutschland2060Presse5124204159004.pdf?__blob=publicationFile [abgerufen am 3.8.2016]

Gesundheit


Häufigkeit von Erkrankungen - Morbidität

  • Das Krankheitsspektrum Älterer wird von chronischen Krankheiten dominiert.
  • Mehr als 50 Prozent der über 65-Jährigen leiden an (mindestens) einer chronischen Krankheit.
    Im Vergleich weisen in der Gruppe der bis zu 45-Jährigen nur 20 Prozent (mindestens) eine chronische Krankheit auf. [6]
  •   Ältere Menschen leiden vor allem an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Krebserkrankungen, chronischen Lungenerkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen und Diabetes mellitus. [7]
  • Zu den häufigsten psychischen Störungen im höheren Lebensalter gehören demenzielle Erkrankungen und Depressionen.

Pflege

Häufigkeit des Pflegebedarfs [8]

  • Ende 2013 waren knapp 2,3 Millionen Menschen ab 65 Jahren im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) pflegebedürftig.
  • Im Alter steigt das Risiko, auf Pflege angewiesen zu sein.
  • Bei den 65- bis 69-Jährigen hatten 3 Prozent Pflegebedarf.
  • Bei den 80- bis 84-Jährigen waren es 21 Prozent.
  • In der Altersgruppe der ab 90-Jährigen waren es 64 Prozent.

Zunahme des Pflegebedarfs

  • Von 1999 bis 2013 nahm die Zahl der Pflegebedürftigen ab 65 Jahren von 1,6 Millionen auf 2,2 Millionen zu. Grund ist die gestiegene Zahl älterer Menschen.
  • Für das Jahr 2030 wird mit 3 Millionen Pflegebedürftigen ab 65 Jahren gerechnet.
  • Für das Jahr 2050 bereits mit 4,4 Millionen.

Pflege zu Hause und stationäre Pflege [9]

  • 67 Prozent (1,5 Millionen) der Pflegebedürftigen ab 65 werden zu Hause versorgt.
  • 33 Prozent (708.000) werden in Pflegeheimen vollstationär betreut.


Literaturangaben

[6] Nowossadeck E (2012): Demografische Alterung und Folgen für das Gesundheitswesen.
Herausgeber Robert Koch-Institut Berlin, GBE kompakt 3(2), S. 3.
https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsK/2012_2_Demografischer_Wandel_Alterung.pdf?__blob=publicationFile [abgerufen am 12.8.2016]

[7] Robert-Koch-Institut (Herausgeber) (2015): Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen von RKI und Destatis. RKI, Berlin, S. 418.
http://www.gbe-bund.de/pdf/GESBER2015.pdf [abgerufen am 12.8.2016]

[8] Statistisches Bundesamt (2015): Die Generation 65+ in Deutschland, S. 41 und 42.
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2015/generation65/Pressebroschuere_generation65.pdf?__blob=publicationFile [abgerufen am 12.8.2016]

[9] Statistisches Bundesamt (2015): 71 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt, Pressemitteilung vom 12. März 2015 –94/15.
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/03/PD15_094_224pdf.pdf?__blob=publicationFile [abgerufen am 12.8.2016]

Gesundheitsverhalten


Gesundheitsorientierung [10]

  • Ältere Menschen unternehmen immer mehr, um ihre Gesundheit zu erhalten.
  • In der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen geben 45 Prozent in einer Umfrage an, stark auf ihre Gesundheit zu achten; im Jahr 1993 waren es noch 40 Prozent.
  • Bei den 75-Jährigen und Älteren ist im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 35 Prozent auf 46 Prozent zu verzeichnen.

Prävention

Teilnahme an verhaltenspräventiven Maßnahmen [11]

  • In der Altersgruppe der 65- bis 79-Jährigen nahmen 2013 rund 21 Prozent an mindestens einer verhaltenspräventiven Maßnahme teil, Frauen (26 Prozent) häufiger als Männer (16 Prozent).
  • Unterschiede gibt es beim Sozialstatus:

Bei Frauen mit niederem Sozialstatus nahmen 23 Prozent Präventionsangebote in Anspruch, bei Frauen mit hohem Sozialstatus waren es 38 Prozent.

Bei Männern war dieser Unterschied noch größer: 7 Prozent der Männer mit niederem Sozialstatus nahmen Präventionsangebote in Anspruch im Gegensatz zu 24 Prozent der Männer mit hohem Sozialstatus.

Bewegung

Körperliche Aktivität laut Empfehlung der WHO [12]

  • In der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen erreichen 18 Prozent das von der WHO empfohlene Mindestmaß an körperlicher Aktivität von mindestens 2,5 Stunden pro Woche.
  • In der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen sind es 14 Prozent.

Gesundheitsfördernde Effekte der Bewegung

  • Das Risiko, an koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, Schlaganfall oder Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, ist für aktive Menschen deutlich geringer.[13]
  • Bewegungs- und Sportaktivitäten bewirken eine Steigerung des Wohlbefindens, die Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und eine Verringerung der Sturzgefährdung bei älteren Menschen.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität ist entscheidend für eine selbstständige Lebensführung und individuelle Mobilität. Ein körperlich aktiver Lebensstil trägt wesentlich zu einem gesunden Altern bei.
    Umgekehrt können inaktive Lebensstile chronische Krankheitsentwicklungen forcieren und auch den Erhalt der Selbstständigkeit gefährden. [14]


Literaturangaben

[10] Generali Zukunftsfonds (Herausgeber) (2012): Generali Altersstudie 2013, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, S. 266.

[11] Jordan S, von der Lippe E (2013): Teilnahme an verhaltenspräventiven Maßnahmen. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt. 56:878-884, Tabelle 1.
edoc.rki.de/oa/articles/reiLBKBWw4ow/PDF/279IB0xc2pvg.pdf [abgerufen am 16.8.2016]

[12] Krug S, Jordan S, Mensik G, Müters S, Finger JD, Lampert T (2013): Körperliche Aktivität - Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS 1). Bundesgesundheitsblatt, 56:765-771, Tabelle 3.
edoc.rki.de/oa/articles/repRtQDxaXz2/PDF/29NRTMbhpOAI.pdf [abgerufen am 16.8.2016]

[13] Geuter G, Hollederer A (2012): Bewegungsförderung und Gesundheit – eine Einführung. In: Geuter G, Hollederer A (Herausgeber): Handbuch Bewegungsförderung und Gesundheit, Huber, Bern, S. 7.
www.lzg.nrw.de/_media/pdf/gesundheitschuetzen/praevention/bewegungsfoerderung/publikationen/Leseprobe_Handbuch_Gesundheitswissenschaften_Geuter_Hollederer.pdf [abgerufen am 22.8.2016]

[14] Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen (2011): Gesundheit durch Bewegung fördern. Empfehlungen für Wissenschaft und Praxis, S. 47.
www.lzg.nrw.de/_media/pdf/liga-fokus/LIGA_Fokus_12.pdf [abgerufen am 22.8.2016]

 
Die Angaben werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

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