„Demenzprävention im Dialog – Aufklärung verbessern, Strukturen stärken, Risiken reduzieren“
09:15 – 10:00 Uhr: Anmeldung und Begrüßungskaffee
10:00 – 10:15 Uhr: Begrüßung Dr. Johannes Nießen (komm. Leiter des BIÖG)
10:15 – 10:30 Uhr: Grußwort aus dem BMG
10:30 – 11:20 Uhr: Impulsvorträge durch
- Professor Dr. Frank Jessen (Direktor, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie; Uniklinik Köln, Medizinische Fakultät)
„Prävention der Alzheimer-Demenz – Welche Ansätze gibt es?“Was ist die Grundlage der Alzheimer-Demenz und wie kann man präventiv vorgehen? Diesen Fragen widmet sich der Vortrag. Konkret wird die Alzheimer-Krankheit erklärt, deren letzten Phase die Alzheimer-Demenz ist. Es werden Einflussfaktoren der Entstehung und Ansätze der Risikoreduktion diskutiert. Neben der Primärprävention sind die Feststellung individueller Risikofaktoren und die Frühdiagnostik die wesentlichen Grundlagen effektiver Maßnahmen zur Verzögerung des Krankheitsverlaufs. Strategien zur Risikoreduktion umfassen multimodale Interventionen und Lebensstiländerungen. Bei dem Nachweis einer Alzheimer-Krankheit im frühen symptomatischen Stadium sind erste Medikamente zur kausalen Behandlung zugelassen. In dem Vortrag wird kurz auf die Wirksamkeit dieser neuen Therapien und auf die aktuelle Bewertung durch das IQWiG und den Gemeinsamen Bundesausschuss eingegangen.
Zur Person: Prof. Dr. med. Frank Jessen ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Uniklinik Köln und Arbeitsgruppenleiter am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Früherkennung, Therapieentwicklung und Prävention bei der Alzheimer-Krankheit. Er ist der Koordinator der S3-Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung von Demenz für die Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Er ist ferner im Vorstand des Deutschen Netzwerks Gedächtnisambulanzen (DNG) undVorsitzender des European Alzheimer Disease Consortium (EADC). - Professor Dr. René Thyrian (Leiter der AG interventionelle Versorgungsforschung mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen am Deutschen Zentrum für neurogenerative Erkrankungen)
„Kognitive Einschränkungen / Demenz? Was dann? Prävention als individuelle und gesellschaftliche Aufgabe (auch) über den gesamten Krankheitsverlauf“Präventionsbemühungen enden nicht, wenn eine kognitive Einschränkung oder eine Demenz diagnostiziert ist. Ab diesem Zeitpunkt und in Abhängigkeit von der individuellen Entwicklung rücken jedoch andere Zielparameter in den Vordergrund. Es gibt überzeugende Evidenz, dass Prävention von Pflegebdürftigkeit und Prävention von gesundheitlichen Problemen (pflegender) An- und Zugehörigen möglich ist. Multimodale Interventionen scheinen hier erfolgreich zu sein. Wirksame Interventionen werden jedoch häufig nicht, oder nur unzureichend in der Versorgung und Gesellschaft umgesetzt. Was sind hier die Barrieren? Wer spielt hier welche Rolle? Was wäre perspektivisch nötig und realistisch machbar?
Zur Person: Prof. Dr. René Thyrian hat eine Professur für interventionelle Versorgungsforschung mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen an der Universitätsmedizin Greifswald und leitet die AG interventionelle Versorgungsforschung mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen am Deutschen Zentrum für neurogenerative Erkrankungen (DZNE). Er ist Mitglied im Vorstand von Alzheimer Europe und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. - Professorin Dr. Daniela Berg (Direktorin der Klinik für Neurologie Kiel, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie)
„Prävention, Lebensstil und warum wir nicht (immer) tun, was wir richtig finden“Trotz aller Evidenz werden Gehirngesundheit förderliche Lebensstilmaßnahmen zu wenig umgesetzt. Neben sozio-ökonomischen und politischen Aspekten, die die Einbindung zahlreicher Akteure, darunter Gesundheitssysteme, politische Entscheidungsträger, die Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und die Medien erfordern, kann und muss jede/r Einzelne durch bewusste Gestaltung des Lebensstils beitragen. Erkenntnisse über die Signalverarbeitung unseres Gehirns und dessen Beeinflussung durch Evolution, Erziehung und Tagesgestaltung können zu einem Verständnis „warum wir nicht (immer) tun, was wir richtig finden“ beitragen und so eine Akzeptanz eines längeren Weges der Verhaltensänderung durch Geduld, Verständnis und Hilfen für die Entscheidungsfindung liefen. Dies kann schlussendlich zu nachhaltiger Lebensstiländerung verhelfen.
Zur Person: Prof. Dr. Daniela Berg ist Klinikdirektorin der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Leiterin der Arbeitsgruppe "Früherkennung Parkinson, Biomarkerforschung und klinische Studien" an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Schwerpunkte ihrer derzeitigen wissenschaftlichen Arbeit sind die Identifikation von Markern, welche eine Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen, v.a. der Parkinsonerkrankung und Demenzerkrankungen, und eine Beurteilung des neurodegenerativen Prozesses (Progressionsmarker in klinischer und präklinischer Phase der Erkrankung)erlauben.
11:20 – 12:15 Uhr: Moderiertes Gespräch zwischen den Impulsgebern und weiteren Podiumsgästen
12:15 – 13:30 Uhr: Mittagspause
13:30 – 15:00 Uhr: Parallelforen 1-4
15:00 – 16:00 Uhr: Schlussfolgerungen aus den Foren: Abschlussdiskussion und Ausblick
16:00 – 16:15 Uhr: Verabschiedung durch Dr. Christoph Aluttis (BIÖG, Referatsleiter Q6 - Erwachsene, Ältere, Frauen- und Männergesundheit, Chancengleichheit)
16:15 Uhr: Ende der Veranstaltung
Moderation: Okka Gundel (Journalistin, TV-Moderatorin und seit 2012 Botschafterin der Alzheimer Forschung Initiative e. V.)
Parallele Foren am Nachmittag
Forum 1: Was gut fürs Herz ist, ist auch gut fürs Hirn – Aufklärung und Zugangswege
Viele der Präventionsmaßnahmen, die helfen, geistig fit zu bleiben, schützen auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder anderen nicht-übertragbaren Erkrankungen. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren spielen eine wichtige Rolle, um gesundheitsförderliche Botschaften zu verbreiten. In diesem Forum werden unterschiedliche Aufklärungs- und Interventionsansätze vorgestellt.
Vorträge
- Susanna Saxl-Reisen (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz)
„Demenzprävention – Wer weiß denn sowas?“In den Jahren 2023/24 hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zusammen mit dem BIÖG die interaktive Vortragsveranstaltung „Geistig fit bleiben – mit 10 Maßnahmen Demenz vorbeugen“ zum Thema Hirngesundheit und Demenzprävention im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie entwickelt. Diese steht Multiplikatorinnen und Multiplikatoren kostenfrei zur Verfügung. Im Vortrag werden die Konzeption der Vortragsveranstaltung und die Resonanz auf dieses Angebot vorgestellt.
Zur Person: Susanna Saxl-Reisen ist stellvertretende Geschäftsführerin und langjährige Mitarbeiterin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG). Sie hat einen Arbeitsschwerpunkt im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, verantwortet die Publikationen der DAlzG und war maßgeblich an der Entwicklung der Vortragsmaterialien beteiligt. - Prof. Dr. Horst Christian Vollmar (Ruhr-Universität Bochum)
„Demenzprävention aus hausärztlicher Perspektive“Es soll beleuchtet werden, welche Chancen und Grenzen Demenzprävention aus Sicht der Allgemeinmedizin aufweist. Quartärprävention ist dabei ein zentrales Motiv: Wie vermeiden wir Überdiagnostik und unnötige Verunsicherung, während wir evidenzbasierte, lebensstilbezogene Empfehlungen vermitteln – ganz im Sinne von ‚What’s good for your heart is good for your brain‘.
Zur Person: Univ.-Prof. Dr. med. Horst Christian Vollmar, MPH ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Inhaber der W3-Professur für Allgemeinmedizin an der Ruhr-Universität Bochum, wo er seit 2018 die Abteilung für Allgemeinmedizin (AM RUB) leitet. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der hausärztlichen Versorgungsforschung – insbesondere zu Altern und Demenz –, der digitalen Transformation sowie der Zukunft der Gesundheitsversorgung. Mit einem Netzwerk von über 500 Lehr- und Forschungspraxen verbindet er wissenschaftliche Evidenz mit der Realität hausärztlicher Versorgung im Ruhrgebiet und darüber hinaus. - Dr. Andrea Zülke (Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health, Universität Leipzig)
„Demenz vorbeugen – aber wie? Was Multikomponenten-Interventionen leisten können. Ergebnisse der AgeWell.de-Studie“Im Vortrag werden die Relevanz von Lebensstil-Interventionen zur Reduktion des Demenzrisikos bei älteren Erwachsenen dargestellt und die Ergebnisse der AgeWell.de-Studie präsentiert, mit der erstmalig in Deutschland die Effekte einer Multikomponenten-Intervention auf die geistige Leistungsfähigkeit und weitere Zielgrößen bei älteren Erwachsenen untersucht wurde.
Zur Person: Dr. Andrea Zülke ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig. Ihre Forschung beschäftigt sich mit der Rolle beeinflussbarer Risikofaktoren für kognitiven Abbau und Demenzen, das heißt, wie sich unser Lebensstil, aber auch Faktoren wie unser Arbeits- oder Wohnumfeld auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken.
Moderation
- Claudia Vonstein (BIÖG, Referentin Q6 - Erwachsene, Ältere, Frauen- und Männergesundheit, Chancengleichheit)
Forum 2: Öffentliche Gesundheit – welche Verhältnisse und Strategien braucht es, um Demenz und anderen nicht-übertragbaren Erkrankungen vorzubeugen?
Gesunde Lebensverhältnisse, die zu mehr Bewegung, ausgewogener Ernährung, der Begegnung mit anderen Menschen einladen und vielfältige Angebote bereithalten, um Demenz und anderen nicht-übertragbaren Erkrankungen vorzubeugen, dienen der öffentlichen Gesundheit. In diesem Forum werden verschiedene Public-Health-Ansätze (z. B. integrierte kommunale Strategien, Health in All Policies) in unterschiedlichen Lebenswelten näher betrachtet, um diese gesundheitsförderlich und (demenz-)präventiv zu gestalten.
Vorträge
- Dr. Beate Gärtner (Robert-Koch Institut (RKI))
- Dr. Katrin Schaller (Stabsstelle Krebsprävention, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ))
- Prof. Dr. Svenja Caspers (Prodekanin für Lehre und Studienqualität & Direktorin Institut für Anatomie des Universitätsklinikums Düsseldorf & der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Arbeitsgruppe Konnektivität am Institut für Neurowissenschaften und Medizin im Forschungszentrum Jülich)
Moderation
- Dr. Christoph Aluttis (BIÖG, Referatsleiter Q6 - Erwachsene, Ältere, Frauen- und Männergesundheit, Chancengleichheit)
Forum 3: Diagnose Demenz: Erfordernisse an Früherkennung und Prävention von Pflegebedürftigkeit
Demenzen sind nicht heilbar, aber behandelbar. Wird eine Demenzerkrankung früh erkannt, stehen inzwischen verschiedene Therapieformen und Ansätze zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf verlangsamen, Symptome lindern und Pflegebedürftigkeit hinauszögern können. Dieses Forum widmet sich verschiedenen Fragen der Früherkennung von Demenz und der Bedeutung einer Lebensstiländerung auch noch zu diesem Zeitpunkt. Diskutiert werden unter anderem strukturelle Voraussetzungen im Gesundheitswesen, innovative Diagnoseverfahren, personalisierte Versorgungsansätze sowie Herausforderungen im Kontext früher Diagnosestellung.
Vorträge
- Prof. Dr. René Thyrian (Leiter der AG interventionelle Versorgungsforschung mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen am Deutschen Zentrum für neurogenerative Erkrankungen)
„Früherkennung in der Routineversorgung – Diskussionspunkte“Die möglichst frühzeitige Erkennung neurodegenerativer Erkrankungen stellt eine Herausforderung bei der Prävention dieser Erkrankungen dar. In der jüngsten Zeit machen Fortschritte in der Forschung Hoffnung, dass durch die Identifikation an der Pathogenese beteiligter Proteine plus Entwicklung von Antikörpertherapien Prävention perspektivisch schon effektiv vor dem Auftreten einer Symptomatik ansetzen kann. Darüber hinaus gibt es überzeugende epidemiologische Evidenz, dass das Auftreten einer neurodegenerativen Erkrankung auch durch andere Methoden vermeidbar oder deren Verlauf modifizierbar ist. Nicht zuletzt gibt es Ansätze der datengetriebenen Prävention, die vielversprechend bei der Identifikation von Menschen mit erhöhten Risiken sind. In allen Fällen ist eine valide und vor allen Dingen handlungsleitende Diagnostik notwendig und sinnvoll. Eine systematische Umsetzung präventiver Bemühungen bedarf jedoch vor allem auch der Diskussion (a) der Verfügbarkeit und Qualität von Daten zur Umsetzung von Prävention, (b) ethischer Aspekte der Ansätze symptomloser Frühdiagnostik und datengetriebener Prävention und nicht zuletzt auch (c) der Barrieren und förderlichen Bedingungen bei der wirksamen Umsetzung von Prävention.
Zur Person: Prof. Dr. René Thyrian hat eine Professur für interventionelle Versorgungsforschung mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen an der Universitätsmedizin Greifswald und leitet die AG interventionelle Versorgungsforschung mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen am Deutschen Zentrum für neurogenerative Erkrankungen (DZNE). Er ist Mitglied im Vorstand von Alzheimer Europe und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. - Dr. Fabian Fußer (Klinik für Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Pfalzklinikum)
„Frühererkennung zuhause – geht das? „DemStepCare Pfalzklinikum“, ein Dementia Care Management zur aufsuchenden Versorgung von Menschen mit kognitiven Störungen“In der Früherkennung und Prävention dementieller Erkrankungen spielt die Primärversorgung eine zentrale Rolle. Dennoch werden kognitive Defizite häufig zu spät thematisiert, und Demenzdiagnosen werden aufgrund begrenzter Ressourcen nicht leitliniengerecht und oft verzögert gestellt – nicht selten erst mit dem Zusammenbruch der häuslichen Versorgung und einer damit verbundenen, oft vermeidbaren Hospitalisierung. Neben sektorübergreifenden Behandlungsformen konnte in sog. Stepped Care Programmen eine Verbesserung von Diagnostik, Behandlung und Versorgung von Menschen mit Demenz gezeigt werden. In dem vom Land Rheinland-Pfalz geförderten Projekt „DemStepCare Pfalzklinikum“ wird seit Oktober 2024 ein Dementia Care Management implementiert, welches in die bereits bestehenden sektorübergreifende Behandlungsformen im seit 2020 bestehenden Modellvorhaben nach §64b SGB V an der Klinik für Gerontopsychiatrie des Pfalzklinikums integriert wurde. Eine zentrale Rolle übernehmen hierbei spezialisierte Pflegefachkräfte, sog. Advanced Practice Nurses, die im häuslichen Umfeld neben der Anamnese bereits einen Großteil der Assessments durchführen und damit eine frühzeitige, niedrigschwellige Diagnostik ermöglichen. In Anschluss an ein interdisziplinäres Clearing koordinieren sie gezielt leitliniengerechte medizinische und therapeutische Interventionen sowie ergänzende Versorgungsangebote.
Zur Person: Dr. Fabian Fußer ist Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Pfalzklinikum in Klingenmünster. Er ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP). - PD Dr. Andrea Budnick (Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem)
„Pflege neu denken: Strategie für eine alternde Gesellschaft“Schätzungen zufolge wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf über sechs Millionen Menschen ansteigen. Ihre medizinische und pflegerische Versorgung stellt das Gesundheits- und Pflegesystem, die Betroffenen und ihre Angehörigen vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund gilt es, Ansätze zu finden, um die Nachfrage nach Pflegeleistungen zu reduzieren und die Pflegeprävention zu stärken. Im Vortrag wird ein Ansatz zum Erhalt der Selbständigkeit von Menschen mit beginnenden kognitiven Einschränkungen vorgestellt, mit dem Ziel, den Zustand der Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern.
Zur Person: Andrea Budnick leitet das Projekt „Prävention von Pflegebedürftigkeit durch Prevention Nursing“ am Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Versorgungsforschung m.S. Herz/Kreislauf an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem.
Moderation
- Christian Heerdt (Wissenschaftlicher Leiter Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA))
Forum 4: Voneinander lernen: Demenzstrategien und Good Practice in Europa
Demenzprävention gewinnt in vielen europäischen Ländern zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde das EU-Projekt „Joint Action Addressing Dementia and Health (JADE Health / JADEMENTIA)“ initiiert, an dem auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit beteiligt ist. In diesem Forum werden erfolgreiche Strategien und Good-Practice-Beispiele aus verschiedenen europäischen Ländern vorgestellt und durch weitere OECD-Mitglieder ergänzt. Ziel ist es, wirksame Ansätze kennenzulernen, voneinander zu lernen und Impulse für die Weiterentwicklung der Demenzprävention in Deutschland zu gewinnen. Das Forum findet auf Englisch statt.
Vorträge
- Dr. Guido Bellomo (Nationales Zentrum für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung am italienischen Nationalen Gesundheitsinstitut (ISS), Italien)
„Strategien zur Demenzbekämpfung in Europa: Erkenntnisse und Einblicke aus dem Arbeitspaket des JADE Health-Projekts zu Prävention von Demenz und Schlaganfall“Dieser Beitrag fasst die Strategien und Pläne zu Demenzprävention in 10 europäischen Ländern zusammen und stützt sich dabei auf eine Recherche, die im Rahmen des oben genannten Arbeitspakets des JADE Health-Projektes durchgeführt wurde. Die Übersicht identifiziert Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Lücken und bietet Anhaltspunkte für die Übertragbarkeit auf andere Kontexte. Besonderes Augenmerk wird auf Strategien zur Risikominderung auf Bevölkerungsebene und auf Governance-Mechanismen gelegt, die deren wirksame Umsetzung ermöglichen.
Zur Person: Dr. Guido Bellomo, Forscher im Nationalen Zentrum für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung am italienischen Nationalen Gesundheitsinstitut (ISS). Koordination von nationalen und internationalen Initiativen zu Prävention und integrierten Versorgungspfaden mit Schwerpunkt auf Demenz und andere neurologischen Erkrankungen. - Dr. Ricarda Milstein (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Frankreich)
„Prävention, Diagnose, Behandlung und Unterstützung von Personen mit Demenz – ein Überblick über jüngste Politikmaßnahmen in OECD-Ländern“In der OECD lebten 2023 rund 61 Personen pro 1 000 Einwohner:innen im Alter von 65 Jahren und mehr mit Demenz. Nationale Demenzstrategien und -maßnahmen unterstreichen die Wichtigkeit von Demenzprävention, einer frühen Diagnose und nicht-medikamentösen Behandlungsoptionen und stärken eine bessere Koordination der Behandlung und Awareness im Umgang mit Personen mit Demenz. Dennoch bleibt Potential zur umfangreicheren Implementierung und Übersetzung von Demenzstrategien in die Praxis bestehen. Dieser Vortrag bietet einen Überblick über die jüngsten Maßnahmen in den 38 Mitgliedsländern der OECD.
Zur Person: Dr. Ricarda Milstein ist als Health Policy Analyst bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris tätig. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Strategien zum gesunden Altern, einer besseren Koordination von Gesundheit und Langzeitpflege sowie Politikmaßnahmen zur besseren Prävention, Diagnose und Behandlung von Demenz sowie einer Unterstützung von Personen mit Demenz im Alltag. Zuvor arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hamburg Center for Health Economics. - Dr. Guido Bellomo (Nationales Zentrum für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung am italienischen Nationalen Gesundheitsinstitut (ISS), Italien)
„Praxisbeispiel aus Italien: Pilotierung eines Bildungs-Toolkits für individualisierte Prävention bei Personen mit leichten kognitiven Störungen“Auf Basis der wissenschaftlich anerkannten 14 Risikofaktoren für Demenz hat das italienische Nationale Gesundheitsinstitut ein Toolkit entwickelt, das Personen mit subjektiv wahrgenommenen oder leichten kognitiven Störungen adressiert. Dabei werden Risikoprofile durch spezialisierte Gesundheitsfachkräfte erstellt und individualisierte Präventionsmaßnahmen für die Teilnehmenden bereitgestellt. Neben Einblicken aus der Pilotierung des Toolkits in Italien, werden die Pilotaktivitäten anderer europäischer Partner vorgestellt, die unterschiedliche Instrumente, Verfahren und Zielgruppen in unterschiedlichen Versorgungssettings testen.
Zur Person: Dr. Guido Bellomo, Forscher im Nationalen Zentrum für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung am italienischen Nationalen Gesundheitsinstitut (ISS). Koordination von nationalen und internationalen Initiativen zu Prävention und integrierten Versorgungspfaden mit Schwerpunkt auf Demenz und andere neurologischen Erkrankungen. - Prof. Dr. Jenni Kulmala (Universität Tampere, Institut für Gesundheit und Wohlfahrt (THL), Finnland)
„Praxisbeispiel aus Finnland: Eine Multidomain-Schulung zur Demenzprävention für medizinisches Fachpersonal und ältere Erwachsene mit erhöhtem Demenzrisiko“In Finnland hat die evidenzbasierte FINGER-Studie gezeigt, dass eine Multidomain-Lebensstilintervention die körperliche und kognitive Gesundheit älterer Menschen unterstützen kann. Auf der Grundlage dieser Forschungsergebnisse führt Finnland derzeit Pilotprojekte mit Online-Schulungsprogrammen für medizinisches Fachpersonal durch, um dessen Kompetenzen im Bereich der Demenzprävention zu stärken. Diese Pilotprojekte zielen darauf ab, die breitere Umsetzung forschungsbasierter Präventionsmaßnahmen in der Routineversorgung zu unterstützen.
Zur Person: Prof. Dr. Jenni Kulmala, Professorin für Gerontologie an der Universität Tampere in Finnland und leitende Forscherin am finnischen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt (THL). Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Thema Altersforschung, und hier besonders auf der Prävention von körperlichen und kognitiven Einschränkungen.
Moderation
- Nathalie Bélorgey (BIÖG, Referentin Q1 - Aufgabenplanung, Grundsatzfragen, Transfer, Internationale Beziehungen)
Anmeldung
Melden Sie sich jetzt zur 8. Bundeskonferenz Alter 2026 am 22. April 2026 in Köln zum Thema „Demenzprävention im Dialog – Aufklärung verbessern, Strukturen stärken, Risiken reduzieren“ an. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Datum & Veranstaltungsort
Die 8. Bundeskonferenz „Gesund und aktiv älter werden“ findet am Mittwoch, dem 22. April 2026, statt.
Veranstaltungsort:
Hotel Hilton Köln
Marzellenstr. 13-17
50668 Köln
Der Tagungsort ist barrierefrei nutzbar.









