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Was Sie selbst tun können

Eine wichtige Erkenntnis: Depression ist eine Erkrankung wie andere auch. Sie kann jeden treffen und ist keinesfalls ein Zeichen persönlichen Versagens. Ebenso wenig ist sie allein die Folge belastender Lebensumstände.

Wie bei anderen Erkrankungen können Sie jedoch lernen, mit dieser Erkrankung möglichst gut umzugehen. Gleichzeitig können Sie selbst auch etwas dafür tun, damit die Depression nicht wieder auftritt. Hier ist es zunächst wichtig für Sie und Ihre Angehörigen, sich darüber zu informieren und ärztlichen Rat einzuholen. Nur wenn Sie und Ihre Angehörigen eine klare Vorstellung haben, wie diese Erkrankung entsteht und behandelt wird, werden Sie die Notwendigkeit einer medikamentösen und/oder psychotherapeutischen Behandlung verstehen und die dafür nötige Geduld aufbringen.

Wer an einer sehr schweren Depression leidet, ist auch und vor allem auf Hilfe von außen angewiesen. Wenn die Depression jedoch nicht sehr schwer ausgeprägt oder bereits teilweise oder ganz abgeklungen ist, dann können Sie durchaus selbst mit dazu beitragen, dass die Depression weiter abklingt und die Wahrscheinlichkeit für das Wiederauftreten gering bleibt.

Im Folgenden finden Sie dazu einige Anregungen. Sie sind kein Ersatz für die ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung , können diese jedoch ergänzen:

Achten Sie auf Ihre körperliche Gesundheit

  • Regelmäßige körperliche Betätigung fördert Ihr Befinden und kann die Behandlung der Depression unterstützen. Hierzu zählen vor allem Ausdauertraining wie „Walken“ oder Schwimmen. Bereits häufige Spaziergänge an der frischen Luft können gut tun und Ihre Stimmung verbessern. Weitere Informationen zu Bewegung im Alter finden Sie hier.
  • Oft geht die Depression mit tiefer Erschöpfung einher. Viele Betroffene neigen auch dazu, früher ins Bett zu gehen, länger liegen zu bleiben oder sich sogar tagsüber hinzulegen. Das kann jedoch nicht nur die bestehende Schlafstörung verstärken, sondern auch die Depression selbst. Wenn Menschen am Morgen oder tagsüber geschlafen haben, bessern sich in der Regel die Erschöpfung und die Depression nicht, sondern sind oft noch stärker ausgeprägt.
    Wie bereits im Punkt „Andere Behandlungsmöglichkeiten“ beschrieben, hat Schlafentzug (der bei stationären Behandlungen durchgeführt wird) zur Überraschung vieler eine antidepressive Wirkung. Wenn Sie bei sich feststellen, dass die Depression eher stärker wird, wenn Sie lange schlafen, dann sollten Sie trotz ihres Erschöpfungsgefühls versuchen, nicht länger als sonst im Bett zu bleiben (also z. B. nicht länger als etwa acht Stunden).

Pflegen Sie alte und neue Bekanntschaften oder Hobbys

  • Vermeiden Sie, sich zu sehr zurückzuziehen. Denn dies kann z. B. die Neigung zum Grübeln verstärken. Treffen Sie sich regelmäßig mit Ihren Freunden und Freundinnen – vielleicht einmal zu einem Spieleabend? Oder unternehmen Sie gemeinsam etwas! Wie wäre es z. B. mit einer Radtour? Sie können auch ein neues Café ausprobieren oder alte Bekanntschaften wieder aufleben lassen.
  • Hat sich die Depression gebessert, dann kann die Teilnahme an Sportkursen, Theatergruppen oder das Singen in einem Chor Sie dabei unterstützen, in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen. Der Austausch trägt auch dazu bei, dass Ihre Aufmerksamkeit weniger stark auf die eigenen Sorgen gerichtet ist. In den meisten Städten finden Sie spezielle Freizeit- und Begegnungsangebote für Senioren, die z. B. über Seniorenbüros , Seniorenbegegnungsstätten oder Mehrgenerationenhäuser organisiert werden.

Bereiten Sie sich auf das Älterwerden vor

  • Spätestens mit dem Beginn des Rentenalters verändert sich vieles im Leben. Fangen Sie am besten schon frühzeitig an, sich Gedanken darüber zu machen und unternehmen Sie erste Schritte, um den Übergang in die Rente zu erleichtern. Wie soll Ihr Tag dann aussehen? Womit und mit wem möchten Sie Ihre Zeit verbringen? Pflegen Sie Ihre Hobbys und Freundschaften, auch während Sie noch im Berufsleben stehen.
  • Setzen Sie sich immer wieder Ziele, die Sie erreichen möchten. Gibt es vielleicht etwas, was Sie schon immer lernen wollten, z. B. eine Fremdsprache? Volkshochschulen bieten ein vielfältiges Programm.
  • Sich ehrenamtlich zu engagieren, kann sehr erfüllend sein und viel Freude bereiten. Um Angebote vor Ort zu finden oder Hilfe bei der Umsetzung eigener Ideen zu bekommen, können Sie sich an Seniorenbüros  oder Freiwilligenagenturen  in Ihrer Nähe wenden.

Tun Sie, was Ihrer Seele gut tut

  • Entspannungstechniken (wie die Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training) oder achtsamkeitsbasierte Techniken (wie das Genusstraining) können Ihnen helfen, körperlichen und seelischen Stress abzubauen. Gleichzeitig wird damit auch der Blick wieder auf die kleinen schönen Dinge des Lebens gelenkt. Häufig bieten die Krankenkassen einen Zuschuss, wenn Sie an einem solchen Kurs teilnehmen.
  • Als Ergänzung zu einer Behandlung mit Medikamenten und/oder Psychotherapie können Selbstmanagement-Programme im Internet hilfreich sein. Sie beruhen häufig auf den Grundsätzen der Verhaltenstherapie und bieten gleichzeitig Informationen und praktische Übungen für den Alltag. Bitte achten Sie darauf, dass das jeweilige Programm durch einen professionellen Helfer begleitet wird. Das iFightDepression Tool  zum Beispiel ist ein kostenfreies Selbstmanagement-Programm, zu dem Ihr Arzt oder Psychotherapeut bzw. Ihre Ärztin oder Psychotherapeutin Sie anmelden kann.
  • Für viele Menschen mit psychischen Erkrankungen ist der Austausch mit anderen Betroffenen sehr wichtig, zum Beispiel direkt vor Ort in einer Selbsthilfe- und Trauergruppe. Im Internet bieten von Fachleuten betreute Diskussionsforen (z. B. Diskussionsforum Depression ) die Möglichkeit zum Austausch. Über die Selbsthilfekontaktstellen  können Sie Angebote in Ihrer Nähe finden.

Hinweis: Weiterführende Informationen für Betroffene finden Sie hier