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Infarkt-Risiko: LDL-Cholesterinsenkung selten und lückenhaft

(Frankfurt a. M., 22. April 2026) Wer sich vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen will, muss sein LDL-Cholesterin (LDL-C) im Blick behalten und regelmäßig beim Arzt kontrollieren lassen. Zirkuliert zu viel ungenutztes LDL-C im Blut, lagert es sich in den Wänden der Blutgefäße ab und trägt dort zur Bildung sogenannter Plaques bei. Damit nimmt unter anderem das Herzinfarktrisiko zu. Bei erhöhten LDL-C-Blutwerten empfehlen deshalb internationale und deutsche Leitlinien ein gezieltes Absenken. Das gilt besonders nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall, einer Gefäßoperation oder für Patienten, die ein hohes Risiko für solche Ereignisse haben. „Der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung für die kardiovaskulären Risiken durch Fettstoffwechselstörungen wie erhöhtes LDL-Cholesterin ist weiterhin sehr hoch. Immer noch kommen zu viele Menschen wegen Herzinfarkt oder Schlaganfall in die Klinik und es zeigen sich bei ihnen erhöhte LDL-Cholesterinwerte, die gar nicht oder nur unzureichend behandelt sind“, berichtet der Kardiologe Prof. Dr. Heribert Schunkert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum München. Grund dafür sind mitunter Lücken in der kardiologischen und hausärztlichen Versorgung, wie Experten in der aktuellen Ausgabe der Herzstiftungs- Zeitschrift HERZ heute anhand von Studiendaten aufzeigen. Und auch Patienten selbst unterschätzen das Risiko hoher Blutfettwerte und nehmen verordnete Lipidsenker nicht regelmäßig ein. 

Mit dem Ziel, besonders Risikogruppen dafür zu sensibilisieren, dass eine konsequente cholesterinsenkende Therapie wichtig ist, widmet die Herzstiftung die aktuelle HERZ heute den Fettstoffwechselstörungen mit dem Titel „Zu viel Fett im Blut – Wie ein gesunder Fettstoffwechsel Herz und Gefäße schützt“. Die Ausgabe 1/2026 kann kostenfrei bestellt werden unter https://herzstiftung.de/bestellung  

Studie: Zu viele Patienten erhalten in Arztpraxen keine Therapie 

„In Deutschland gelingt es auffällig selten, Patienten mit erhöhtem LDL-Cholesterin im Blut den medizinischen Leitlinien gemäß zu behandeln“, berichtet der Kardiologe Prof. Dr. Oliver Weingärtner, Oberarzt und Leiter der Lipidambulanz an der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Jena, in HERZ heute. Der Kardiologe bezieht sich bei seiner Aussage auf Erkenntnisse aus dem von ihm mitgeleiteten Forschungsprojekt „LipidSnapshot“. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (BNK) und der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie (DGFL). Ziel des Projekts ist zu untersuchen, inwiefern es aufgrund unterschiedlicher Therapieansätze von niedergelassenen Kardiologen und Hausärzten in der Behandlung der Hypercholesterinämie (erhöhtes LDL-Cholesterin im Blut) und atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu Versorgungslücken kommt. Ausgewertet wurden Daten von 1500 niedergelassenen Kardiologinnen und Kardiologen sowie 82375 Hausärztinnen und Hausärzten. Die aktuellen Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC/EAS) lauten zum Beispiel für Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzerkrankung und hohem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse: Das LDL-Cholesterin soll unter 55 Milligramm (mg) pro Deziliter (dl) Blut gesenkt werden, der Wert soll dabei um mindestens 50 Prozent vom Ausgangswert gesenkt werden. Die Kernergebnisse der Studie:

  • Nur etwa ein Viertel (27 Prozent) der bei einem Kardiologen behandelten Patienten erreichen dass LDL-C-Ziel weniger als 55 mg/dl.
  • In der hausärztlichen Versorgung sind es gerade einmal 12 Prozent.
  • Jeder vierte Herzpatient (27 Prozent) in der Hausarztpraxis bekommt gar keine lipidsenkende Therapie verordnet.

Alarmierend: Bei jungen Patienten – Menschen unter 50 Jahren – ist die Versorgungslücke noch größer. Fast die Hälfte erhält hier gar keine Therapie. Frauen sind zudem doppelt benachteiligt: Sie werden einerseits seltener optimal behandelt, andererseits steigen ihre LDL-C-Werte mit zunehmendem Alter schneller als bei Männern. 

Problem: Therapieziele variieren je nach Leitlinie für Hausärzte oder Kardiologen 

Die Ursachen dieser Versorgungslücke sind vielfältig. „Sie reichen unter anderem von systematischen Unterschieden in Leitlinien und Therapiestrategien bis hin zu individuellen Unsicherheiten bei Patienten und Ärzten“, erklärt Weingärtner. Die meisten Hausärzte orientieren sich nach seinen Angaben nämlich an der nationalen Versorgungsleitlinie (NVL, chronische KHK). Zwar soll auch hier allen Patienten mit KHK nach Einschätzung des individuellen Gesamtrisikos zur Reduktion der Morbidität und der Sterblichkeit dauerhaft ein Statin als Mittel der ersten Wahl empfohlen werden – allerdings mit fester Dosis und nicht mit Blick auf einen niedrigen Zielwert. Häufig werde ein damit erreichtes Absenken auf weniger als 70 mg/dl als ausreichend akzeptiert (zum Vergleich: ESC/EAS-Zielwert: 55mg/dl). „Doch schon 15 mg/dl Unterschied im Vergleich zum ESC/EAS-Zielwert können das Risiko massiv beeinflussen“, betont Prof. Dr. Anna Hohneck in HERZ heute. Hohneck ist leitende Ärztin der Lipidambulanz an der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechselkrankheiten und Klinische Chemie am Universitätsklinikum Heidelberg. Lipidspezialisten wie Prof. Hohneck und Prof. Weingärtner sehen auch ein Problem darin, dass die Therapie mit PCSK9-Hemmern, die LDL-C besonders stark senken, in Deutschland zunächst nur von bestimmten Fachärzten begonnen werden dürfen, nicht aber von Hausärzten (Fachärzten für Allgemeinmedizin). Die Folgeverordnung sei dann zwar theoretisch möglich, sie werde nur in der Praxis selten umgesetzt. „Gründe dafür sind unter anderem Unsicherheiten bezüglich der Kosten oder Bedenken wegen möglicher Nebenwirkungen sowie fehlende Routine im Umgang mit den neuen Präparaten“, so Hohneck. 

Patienten und Ärzte unterschätzen Wichtigkeit konsequenter LDL-C-Senkung

Vielfach unterschätzen Patienten – und manchmal auch ihre behandelnden Ärzte –, wie wichtig die konsequente LDL-C Senkung ist oder sie fürchten Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen. „Studien haben jedoch bestätigt: Statine, Ezetimib und PCSK9-modulierende Substanzen sind bei regelmäßiger Überwachung bestens verträglich“, betonen die Lipid-Spezialisten in HERZ heute. „Das Risiko für Muskelschmerzen und andere Nebenwirkungen ist weitaus geringer als oftmals angenommen.“ Infos hierzu unter: https://herzstiftung.de/podcast-statine-schmerzen

Auch ein Wechsel von einem behandelnden Arzt zu einem anderen kann dazu führen, dass eine dauerhafte leitliniengerechte LDL-Therapie erschwert wird. Ergebnisse der klinischen „JaZ-Studie“ am Universitätsklinikum Jena zeigen zum Beispiel: „Viele Patienten, die anfangs bei einem Spezialisten auf einen Zielwert eingestellt worden sind, verschlechtern ihre Werte wieder, wenn sie zur weiteren Betreuung in die reguläre hausärztliche Versorgung zurückkehren“, berichtet Studien-Mitautor Prof. Weingärtner.

Was tun, um Versorgungslücken zu schließen?

Wie lässt sich verhindern, dass vor allem Risikopatienten mit erhöhtem LDL-C wegen Versorgungsbrüchen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden – die bei konsequenter Therapie sehr gut vermeidbar wären? Die Lipidspezialisten aus Heidelberg und Jena schlagen unter anderem folgende Punkte vor: 

  • Alle ärztlichen Berufsgruppen sollten sich auf einheitliche LDL-Zielwerte und Therapieprinzipien einigen.
  • Für Patienten sollte mehr Transparenz geschaffen werden, welche Therapieziele verfolgt werden und wie diese kontrolliert werden können.
  • Moderne lipidsenkende Medikamente sollten leichter und ohne unnötige Bürokratie zugänglich sein.
  • Hausärzte besser in die Versorgung einbinden, etwa durch die bewusste Integration von Telemedizin, strukturierte Nachsorge und regelmäßige Fortbildungen zu neuen Therapien.
  • Therapietreue unterstützen durch strukturiertes Nachfassen in Form digitaler Erinnerungen an Nachsorgetermine in Lipidambulanzen oder durch telefonisch geführter Kontrollgespräche. 

„Eine unzureichende Therapie erhöhter LDL-C-Werte kann gravierende gesundheitliche Folgen haben“, warnt der Kardiologe und Vize-Vorstandsvorsitzende der Herzstiftung Prof. Schunkert. „Für das Senken erhöhter LDL-C-Werte gibt es mit unserem heutigen Wissensstand keine Ausrede. Denn es ist eindeutig belegt: Je stärker das LDL-Cholesterin gesenkt wird, desto besser sind Herz und Gehirn vor Infarkten geschützt – gerade wenn bereits andere Gefäßrisiken bestehen.“

Zitiert nach einer Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung vom 22.04.2026.

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