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„Darf ich bitten?" Tanztee in der AWO Residenz Sehnde

Im Fokus des Angebotes „Darf ich bitten? Tanztee in der AWO Residenz Sehnde“ stehen Potenziale zur Gesundheitsförderung bei Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Pflegeeinrichtungen. Die regelmäßig stattfindende Tanzveranstaltung ergänzt dabei die bestehenden Bewegungsangebote und fügt sich unter Begeisterung der älteren Teilnehmenden in das Konzept der Pflegeeinrichtung ein. 

Das Interview führten wir mit Frau Elke Rybicki (stellv. Leitung Begleitender Dienst)

1. Wie kam es zu der Idee des „Tanztee´s“ in Ihrem Haus?

Die Idee entstand im Rahmen des Projektes „Gesundheitsförderung für Bewohnerinnen und Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen“, welches von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. (LVG&AFS) in Kooperation mit dem pro familia Landesverband Niedersachsen e. V. umgesetzt wird. Hierbei geht es darum, in fünf Modelleinrichtungen in Hannover und dem Landkreis Hildesheim gesundheitsförderliche Strukturen und Maßnahmen (z. B. zu den Themen körperliche Aktivität, Ernährung, Sexualität) auf- und auszubauen und dabei alle Beteiligten, wie Bewohnende, Angehörige, Leitungs-, Pflege- und Betreuungskräfte, aktiv einzubeziehen.
Die AWO Residenz Sehnde ist eine der fünf Modelleinrichtungen und erhält im Rahmen der Gesamtförderung durch die BARMER in Niedersachsen und Bremen finanzielle Unterstützung. Wir fanden das Projekt sehr spannend und nutzten gerne die zusätzlichen Gelder.
Hauptziel des Projektes ist es, die Gesundheit und das Wohlbefinden der älteren, bei uns lebenden Menschen zu verbessern. Da es schon sehr viele verschiedene Angebote im Haus gibt, wurde das Projekt „Tanztee“ priorisiert, und dann tatsächlich auch umgesetzt.

2. Die Entwicklung des Angebotes fand im Rahmen einer Projektgruppe mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen sowie Mitarbeitenden Ihrer Einrichtung statt. Können Sie von Ihren Erfahrungen in der Zusammenarbeit berichten?

Die Bereitschaft zur Teilnahme an der Projektgruppe stieß bei allen Beteiligten auf große Resonanz. Nachdem ursprünglich 22 Teilnehmende in zwei Gruppen arbeiteten, verschlankte sich die Gruppe im Laufe der Zeit bis zum Ende auf neun Personen (drei Bewohnende, drei Angehörige, drei Mitarbeitende).
Es war überraschend und zugleich sehr erfreulich, dass in unserem Haus alle Beteiligten dieselben Einstellungen hatten. Dadurch rückte man sehr schnell zusammen und es entstand ein „Wir-Gefühl“. Durch das gemeinsame Arbeiten in der Projektgruppe konnten die gegenseitige Wahrnehmung sowie die Zusammenarbeit verbessert werden.
Besonders schön war es zu sehen, dass so viele kreative Ideen von den Bewohnenden kamen und sie sich sichtlich freuten, dass ihre Vorschläge und Wünsche angehört und umgesetzt wurden. Manchmal gestaltete es sich allerdings auch schwierig, die Arbeitsatmosphäre über den langen Zeitraum des Projektes aktiv und kontinuierlich aufrecht zu erhalten.

3. Was macht dieses Angebot in Ihren Augen so wichtig?

Dieses Angebot ist in unseren Augen besonders wichtig, weil ältere Menschen mit Pflegebedarf auf diese Weise motiviert werden, ihre körperliche Aktivität im Alltag zu erhalten oder zu verbessern.
Durch eine regelmäßige Teilnahme fördert Tanzen darüber hinaus auch die sozialen Kontakte, die kognitiven Fähigkeiten und berücksichtigt den biographischen Hintergrund. So können wir möglichst vielen Bewohnerinnen und Bewohnern gerecht werden.

4. Wie genau können wir uns einen „Tanztee“ in Ihrer Einrichtung vorstellen und wie ist das Angebot in Ihrem Haus integriert?

Der „Tanztee“ findet jeden ersten Dienstag im Monat statt. Angekündigt wird die Veranstaltung durch einen Aushang an der Infowand der Wohnbereiche. Die Eintrittskarten können dann in der Verwaltung für einen Euro erworben werden. Der Veranstaltungsraum ist liebevoll vorbereitet, d. h. die Tische sind mit weißen Tischdecken, Kerzen und Blumenschmuck eingedeckt und es werden alkoholfreie sowie saisonspezifische alkoholische Getränke und Gebäck gereicht.
Eine ausgebildete Seniorentanzlehrerin leitet die Gruppe an und studiert neben Paartänzen auch Sitztänze, Gruppentänze und andere Mitmachtänze mit den Teilnehmenden ein.

5. Können Sie uns bitte fördernde sowie hemmende Faktoren bei der Umsetzung des Angebotes nennen?

Fördernde Faktoren

  • Das Projekt wird aus Fördermitteln finanziert.
  • Es besteht großes Interesse seitens der Bewohnenden, Angehörigen und Mitarbeitenden.
  • Eine bereichsübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb der Einrichtung sind hilfreich.
  • Es existiert eine wertschätzende Anerkennung der Arbeit der Projektteilnehmenden.
  • Dank einer gut durchdachten Planung verlief die konkrete Umsetzung des Projektes „Tanztee“ reibungslos.

Hemmende Faktoren

  • Das Projekt muss nach Ablauf der Fördermittel von der Einrichtung selbst finanziert werden.

6. Was würden Sie Interessierten mit auf den Weg geben?

Falls andere Einrichtungen ähnliches planen, sind gründliche Überlegungen wichtig, ob diese Art des Angebotes für sie das Richtige ist und zu ihrem Konzept und ihrer Bewohnerstruktur passt.
Ein gutes Gelingen der Veranstaltung steht und fällt mit der Auswahl der Tanzlehrerin bzw. des Tanzlehrers. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner würden Ihnen raten „Macht das Gleiche wie wir “! (lacht).

Bei weiteren Fragen zum Angebot kontaktieren Sie gerne Elke Rybicki.

Frau Elke Rybicki
AWO Residenz Sehnde
Achardstr. 1
31319 Sehnde
E-Mail: Elke.Rybicki(at)aworesidenz-sehnde.de
Internet: http://www.aworesidenz-sehnde.de/