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Zahl des Monats Juni: 32,2 Millionen Euro

32,2 Millionen Euro zusätzlicher Ausgaben für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verursacht eine dreitätige Hitzewelle laut einer Untersuchung des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

Für die Untersuchung, die sich noch im Peer-Review-Verfahren befindet, hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) die Daten von rund 9,7 Millionen bei der AOK versicherten Beschäftigten zugeliefert. Die Beschäftigten waren zwischen 25 und 59 Jahren alt. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen 2007 bis 2020.

Demnach führt bereits ein durchschnittlicher Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad zu einem Anstieg der Krankmeldungen um etwa 3,5 Prozent. Dieser kurzfristige Effekt verstärkt sich am dritten Hitzetag in Folge auf einen Zuwachs der Krankmeldungen um 5,0 Prozent. Nach sieben Hitzetagen verdreifacht sich der auf fast elf Prozent.

Analysiert wurden auch die Krankheitsbilder und Diagnosen, die sich hinter den Zahlen verbergen. So waren nicht nur Erkrankungen des Herzkreislaufsystems ursächlich für die erhöhten Krankmeldungen, was für eine Hitzewelle nicht überraschend wäre, sondern auch Verletzungen, psychische Erkrankungen, Hauterkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats sowie Infektionskrankheiten. Hitzewellen können möglicherweise auch die Diagnose bisher unbehandelter Krankheiten wie Depressionen auslösen. „Anhaltende Hitze ist ein zusätzlicher Stressor, der ein ohnehin belastetes System aus dem Gleichgewicht bringen kann. Sie könnte somit auch dazu beitragen, latente Krankheitslasten aufzudecken“, ordnet Hannah Heiliger, Mitautorin der Studie und Leiterin des „Policy Evaluation Lab“ des PIK die Ergebnisse ein.

Insgesamt 36 Berufsgruppen nahm die Studie genauer unter die Lupe. Das höchste Risiko für hitzebedingte Arbeitsausfälle verzeichnete das Forschungsteam in den Bereichen Transport und Logistik, Fertigung, Landwirtschaft sowie Bauwesen. Berufe der Informationstechnologie, im Bildungsbereich sowie im Rechts- und Verwaltungswesen waren zwar weniger betroffen, der Anstieg an Krankmeldungen war aber nicht minder auffällig. „Es wäre also falsch, sich bei Schutzmaßnahmen allein auf die vermeintlichen Hochrisikoberufe zu konzentrieren“, unterstreicht Heiliger.

Die AOK sieht sich aufgrund der aktuellen Erkenntnisse in ihren politischen Kernforderungen und derer der Partner des Hitzeaktionstages bestätigt. Die Entwicklung, Umsetzung und Anpassung von Hitzeaktionsplänen sollte verbindlich Eingang in Klimaanpassungskonzepte finden und als kommunale Aufgabe gesetzlich verankert und finanziell wie personell von Bund und Ländern abgefedert werden. 

Zitiert nach einer Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes vom 25.06.2026.

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