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8. Bundeskonferenz „Gesund und aktiv älter werden“: Forum 2

Öffentliche Gesundheit – welche Verhältnisse und Strategien braucht es, um Demenz und anderen nicht-übertragbaren Erkrankungen vorzubeugen?

Gesunde Lebensverhältnisse, die zu mehr Bewegung, ausgewogener Ernährung, der Begegnung mit anderen Menschen einladen und vielfältige Angebote bereithalten, um Demenz und anderen nicht-übertragbaren Erkrankungen vorzubeugen, dienen der öffentlichen Gesundheit.

In diesem Forum wurden verschiedene Public-Health-Ansätze (z. B. integrierte kommunale Strategien, Health in All Policies) in unterschiedlichen Lebenswelten näher betrachtet, um diese gesundheitsförderlich und (demenz-)präventiv zu gestalten.

Moderiert wurde das Forum von Dr. Christoph Aluttis, BIÖG, Referatsleitung Q6 - Erwachsene, Ältere, Frauen- und Männergesundheit, gesundheitliche Chancengleichheit.

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Dokumentation

Hier finden Sie die Dokumentation zu:

Vortrag 1: Demenzprävention - lebensphasenspezifisch und sektorenübergreifend

Dr. Beate Gärtner (Robert Koch-Institut (RKI))

Download des Vortrags

Da viele Demenzrisikofaktoren bereits in Kindheit und Jugend und anschließend über das gesamte Erwachsenenalter hinweg wirken, sollte Demenzprävention für den gesamten Lebensverlauf und damit verbunden in den spezifischen Lebenswelten geplant werden. Je nach Lebensphase bieten sich unterschiedliche Sektoren wie Bildungseinrichtungen, Arbeitswelt oder Wohnumfeld für gezielte Präventionsmaßnahmen an. Um möglichst die gesamte Bevölkerung zu erreichen, braucht es eine konsequente Verhältnisprävention im Sinne eines Health-in-all-Policies-Ansatzes. Dies kann dazu beitragen, Demenzerkrankungen - ebenso wie andere nichtübertragbare Erkrankungen - zu verhindern oder ihren Beginn zu verzögern.

Dr. Beate Gaertner ist Gesundheitswissenschaftlerin am Robert Koch-Institut in der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring. Sie forscht zum Thema Gesundheit im Alter mit den Schwerpunkten Verbreitung von Demenzrisikofaktoren und kognitive Funktionsfähigkeit der Bevölkerung.

Vortrag 2: Prävention nichtübertragbarer Krankheiten – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Dr. Katrin Schaller (Stabsstelle Krebsprävention, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ))

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Fast die Hälfte aller Demenzen geht auf potenziell vermeidbare Risikofaktoren zurück, von denen einige auch das Risiko für andere nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) wie Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen. Gemeinsame Risikofaktoren sind vor allem Rauchen, Alkohol, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Bewegung. Eine wirksame Prävention dieser Risikofaktoren könnte die Verbreitung von NCDs verringern und so nicht nur viel menschliches Leid vermeiden, sondern auch hohe gesellschaftliche Folgekosten reduzieren. Eine nachhaltige Prävention umfasst neben Verhaltensprävention vor allem Verhältnisprävention, die durch gesundheitspolitische Maßnahmen ein Umfeld schafft, das den gesunden Lebensstil den leichten Lebensstil macht. Dieses enorme Potenzial der Prävention wird in Deutschland bislang zu wenig genutzt, wie der im Jahr 2025 erstmals vorgelegte Public Health Index zeigt. Hier ist die Politik gefragt: Sie muss in einem ressortübergreifenden Ansatz eine umfassende Präventionsstrategie umsetzen, die insbesondere die von der WHO empfohlenen Maßnahmen zur Eindämmung der nichtübertragbaren Krankheiten enthält.

Dr. Katrin Schaller ist Mitarbeiterin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, die zugleich WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle ist. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in der Prävention von vermeidbaren Risikofaktoren für Krebs, wie Rauchen, Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und Infektionen, von denen einige auch Risikofaktoren für Demenz sind.

Vortrag 3: Datengetriebene Demenzprävention – Vorstellung der Stellungnahme von Leopoldina, acatech und Akademienunion

Prof. Dr. Dr. Svenja Caspers (Prodekanin für Lehre und Studienqualität & Direktorin Institut für Anatomie des Universitätsklinikums Düsseldorf & der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Arbeitsgruppe Konnektivität am Institut für Neurowissenschaften und Medizin im Forschungszentrum Jülich)

Download des Vortrags

Ein relevanter Anteil von Demenzerkrankungen könnte durch geeignete Prävention vermeidbar sein. Die Reduktion beeinflussbarer Risiken könnte jedenfalls das individuelle Risiko für eine Demenzerkrankung soweit senken, dass das Auftreten der Erkrankung unwahrscheinlicher wird oder deutlich später erfolgt. Als gemeinsame Initiative der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech und der Akademienunion der Wissenschaftsakademien der Länder ist eine Stellungnahme entstanden, die den Blick auf die Möglichkeiten der Demenzprävention richtet. Ein besonderer Fokus ist die Datengrundlage und die Notwendigkeit der Datenverfügbarkeit und geeigneten Datenintegration, um personalisierte Profile für ein Demenzrisiko möglichst niederschwellig erstellen und damit geeignet das individuelle Verhalten sowie die Lebensverhältnisse im Sinne einer adaptierten Prävention für den Erhalt der Gehirngesundheit beeinflussen zu können. Spezifische Interventionsprogramme für bestimmte Risikogruppen von Personen, die über den ersten breiten Schritt in der gesamten Bevölkerung identifiziert werden könnten, könnten mittels individueller Ansprache und Einbindung in das Gesundheitssystem angeboten werden.

Prof. Dr. Dr. Svenja Caspers ist Direktorin des Instituts für Anatomie I des Universitätsklinikums Düsseldorf und der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie Leiterin der Arbeitsgruppe Konnektivität am Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1) des Forschungszentrums Jülich. Sie hat die gemeinsame Expert:innen-Arbeitsgruppe der Leopoldina, acatech und Akademienunion zur Erarbeitung der Stellungnahme „Datengetriebene Demenzprävention“ geleitet. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in der Erforschung von Einflussfaktoren der Gehirngesundheit besonders im höheren Lebensalter.

Diskussionen

In Forum 2 wurde über die Erhebung, Nutzung und Aussagekraft von Gesundheitsdaten sowie über Möglichkeiten wirksamer Prävention diskutiert. Die Datengrundlage zu Demenzrisikofaktoren werde regelmäßig in mehrjährigen Abständen erhoben. Allerdings gebe es Unterschiede in der Teilnahmebereitschaft zwischen Bevölkerungsgruppen, insbesondere bei hochaltrigen Menschen. Zukünftige Auswertungen würden verstärkt auch Trends sichtbar machen. Diskutiert wurde die Nutzung vorhandener Gesundheitsdaten. Obwohl es umfangreiche Datenbestände gebe, seien diese bislang nur eingeschränkt für Forschung und Praxis zugänglich. Neue gesetzliche Regelungen sollten hier Verbesserungen schaffen. Für die praktische Präventionsarbeit vor Ort wurde die begrenzte Übertragbarkeit bundesweiter Daten betont. Regionale Unterschiede und Dunkelziffern erschwerten eine direkte Anwendung.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion lag auf gesundheitspolitischen Maßnahmen. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass regulatorische Eingriffe – etwa Steuermaßnahmen oder restriktive Tabakkontrolle – das Konsumverhalten beeinflussen und gesundheitliche Effekte erzielen könnten. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass sich Konsumgewohnheiten teilweise auf alternative Produkte, z. B. E-Zigaretten, verlagerten.

Hinsichtlich der Handlungsmöglichkeiten vor Ort wurde deutlich, dass präventive Maßnahmen häufig an Finanzierungsfragen scheiterten. Politische Instrumente wie Steueranpassungen oder Verbote gälten als vergleichsweise kostengünstig und könnten zudem Einnahmen generieren, während langfristige Präventionsprogramme oft schwer zu finanzieren seien, da ihr Nutzen erst verzögert nachweisbar sei.

Impressionen

Fotos: © Oliver Wachenfeld