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8. Bundeskonferenz „Gesund und aktiv älter werden“: Forum 4

Voneinander lernen: Demenzstrategien und Good Practice in Europa

Demenzprävention gewinnt in vielen europäischen Ländern zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde das EU-Projekt „Joint Action Addressing Dementia and Health (JADE Health / JADEMENTIA)“ initiiert, an dem auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit beteiligt ist.

In diesem Forum wurden erfolgreiche Strategien und Good-Practice-Beispiele aus verschiedenen europäischen Ländern vorgestellt und durch weitere OECD-Mitglieder ergänzt. Ziel war es, wirksame Ansätze kennenzulernen, voneinander zu lernen und Impulse für die Weiterentwicklung der Demenzprävention in Deutschland zu gewinnen.

Das Forum fand auf Englisch statt. Moderiert wurde das Forum von Nathalie Bélorgey BIÖG, Referentin Q1 - Aufgabenplanung, Grundsatzfragen, Transfer, Internationale Beziehungen.

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Dokumentation

Hier finden Sie die Dokumentation zu:

Vortrag 1: Prävention, Diagnose, Behandlung und Unterstützung von Personen mit Demenz – ein Überblick über jüngste Politikmaßnahmen in OECD-Ländern

Dr. Ricarda Milstein (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Frankreich)

In der OECD lebten 2023 rund 61 Personen pro 1 000 Einwohner:innen im Alter von 65 Jahren und mehr mit Demenz. Nationale Demenzstrategien und -maßnahmen unterstreichen die Wichtigkeit von Demenzprävention, einer frühen Diagnose und nicht-medikamentösen Behandlungsoptionen und stärken eine bessere Koordination der Behandlung und Awareness im Umgang mit Personen mit Demenz. Dennoch bleibt Potential zur umfangreicheren Implementierung und Übersetzung von Demenzstrategien in die Praxis bestehen. Dieser Vortrag bietet einen Überblick über die jüngsten Maßnahmen in den 38 Mitgliedsländern der OECD.

Dr. Ricarda Milstein ist als Health Policy Analyst bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris tätig. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Strategien zum gesunden Altern, einer besseren Koordination von Gesundheit und Langzeitpflege sowie Politikmaßnahmen zur besseren Prävention, Diagnose und Behandlung von Demenz sowie einer Unterstützung von Personen mit Demenz im Alltag. Zuvor arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hamburg Center for Health Economics. 

Vortrag 2: Strategien zur Demenzbekämpfung in Europa: Erkenntnisse und Einblicke aus dem Arbeitspaket des JADE Health-Projekts zu Prävention von Demenz und Schlaganfall

Dott. Guido Bellomo (Nationales Zentrum für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung am italienischen Nationalen Gesundheitsinstitut (ISS), Italien)

Dieser Beitrag fasst die Strategien und Pläne zu Demenzprävention in 10 europäischen Ländern zusammen und stützt sich dabei auf eine Recherche, die im Rahmen des oben genannten Arbeitspakets des JADE Health-Projektes durchgeführt wurde. Die Übersicht identifiziert Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Lücken und bietet Anhaltspunkte für die Übertragbarkeit auf andere Kontexte. Besonderes Augenmerk wird auf Strategien zur Risikominderung auf Bevölkerungsebene und auf Governance-Mechanismen gelegt, die deren wirksame Umsetzung ermöglichen.

Dr. Guido Bellomo, Forscher im Nationalen Zentrum für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung am italienischen Nationalen Gesundheitsinstitut (ISS). Koordination von nationalen und internationalen Initiativen zu Prävention und integrierten Versorgungspfaden mit Schwerpunkt auf Demenz und andere neurologischen Erkrankungen. 

Vortrag 3: Praxisbeispiel aus Finnland: Eine Multidomain-Schulung zur Demenzprävention für medizinisches Fachpersonal und ältere Erwachsene mit erhöhtem Demenzrisiko

Prof. Dr. Jenni Kulmala (Universität Tampere, Institut für Gesundheit und Wohlfahrt (THL), Finnland)

In Finnland hat die evidenzbasierte FINGER-Studie gezeigt, dass eine Multidomain-Lebensstilintervention die körperliche und kognitive Gesundheit älterer Menschen unterstützen kann. Auf der Grundlage dieser Forschungsergebnisse führt Finnland derzeit Pilotprojekte mit Online-Schulungsprogrammen für medizinisches Fachpersonal durch, um dessen Kompetenzen im Bereich der Demenzprävention zu stärken. Diese Pilotprojekte zielen darauf ab, die breitere Umsetzung forschungsbasierter Präventionsmaßnahmen in der Routineversorgung zu unterstützen.

Prof. Dr. Jenni Kulmala, Professorin für Gerontologie an der Universität Tampere in Finnland und leitende Forscherin am finnischen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt (THL). Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Thema Altersforschung, und hier besonders auf der Prävention von körperlichen und kognitiven Einschränkungen. 

Vortrag 4: Praxisbeispiel aus Italien: Pilotierung eines Bildungs-Toolkits für individualisierte Prävention bei Personen mit leichten kognitiven Störungen

Dott. Guido Bellomo (Nationales Zentrum für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung am italienischen Nationalen Gesundheitsinstitut (ISS), Italien)

Auf Basis der wissenschaftlich anerkannten 14 Risikofaktoren für Demenz hat das italienische Nationale Gesundheitsinstitut ein Toolkit entwickelt, das Personen mit subjektiv wahrgenommenen oder leichten kognitiven Störungen adressiert. Dabei werden Risikoprofile durch spezialisierte Gesundheitsfachkräfte erstellt und individualisierte Präventionsmaßnahmen für die Teilnehmenden bereitgestellt. Neben Einblicken aus der Pilotierung des Toolkits in Italien, werden die Pilotaktivitäten anderer europäischer Partner vorgestellt, die unterschiedliche Instrumente, Verfahren und Zielgruppen in unterschiedlichen Versorgungssettings testen.

Dr. Guido Bellomo, Forscher im Nationalen Zentrum für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung am italienischen Nationalen Gesundheitsinstitut (ISS). Koordination von nationalen und internationalen Initiativen zu Prävention und integrierten Versorgungspfaden mit Schwerpunkt auf Demenz und andere neurologischen Erkrankungen. 

Diskussionen

In Forum 4 wurde die Weiterentwicklung von Modellen zur Demenzprävention und -risikobewertung im europäischen Kontext diskutiert. Die bislang 14 veränderbaren Risikofaktoren könnten um soziale Determinanten wie Armut ergänzt werden. Dadurch könne sich der potenziell vermeidbare Anteil von Demenzerkrankungen deutlich erhöhen. Allerdings werde dieser Aspekt in einigen bestehenden Forschungs- und Kooperationsprojekten bislang nur begrenzt berücksichtigt. In einzelnen europäischen Ländern, z. B. Italien und den Niederlanden, existieren bereits Netzwerke, die sich mit der Messung und Einbeziehung sozialer Determinanten beschäftigen. Hervorgehoben wurde zudem die Bedeutung der Einbindung von Hausärztinnen und Hausärzten sowie Fachärztinnen und Fachärzten in Präventions- und Schulungsprogramme.

Die Beteiligung von Interessengruppen in der Gesundheitsversorgung sei in einigen Ländern wie Deutschland sehr ausgeprägt, jedoch nicht immer ausreichend koordiniert. Dies stelle grundsätzlich eine große Ressource dar, die stärker strategisch genutzt werden könne.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren Leitlinien und deren Verbreitung bzw. Umsetzung. Dabei wurde hervorgehoben, dass in Deutschland und Italien bereits erste Leitlinien zur multidimensionalen geriatrischen Beurteilung vorlägen. Die praktische Umsetzung der Leitlinien sei insgesamt bereits im Versorgungsalltag angekommen, da medizinische Fachkräfte diese in ihrer täglichen Arbeit anwenden würden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Verbreitung in der Praxis unterschiedlich verlaufe und von nationalen Strukturen sowie der lokalen Implementierung abhänge. Vielerorts sei das Interesse von Hausärztinnen und Hausärzten an neuen Leitlinien begrenzt, da Demenzprävention nur eines von vielen Themen im Leitlinienalltag darstelle.

Im Hinblick auf den FINGER-Ansatz wurde erläutert, dass bspw. die deutsche „Age Well“-Studie (s. Forum 1) auf dem FINGER-Modell basiere. Es wurde betont, dass die erfolgreiche Implementierung von FINGER-basierten Ansätzen stark von der Art der Kommunikation abhänge. Eine stärkere Betonung von Nutzenaspekten wie Verbesserung der Gehirngesundheit oder potenziellen Auswirkungen auf Gesundheitskosten könne die Akzeptanz erhöhen. Zudem sollten risikofaktorenbasierte und multimodale Interventionen ein zentraler Bestandteil zukünftiger Leitlinien sein.

Impressionen

Fotos: © Oliver Wachenfeld